Grakofel 2551m (Kleiner Grakofel 2459m)

~1000- 1200 Höhenmeter (schwer, ohne Kleinen Grakofel mittel)

7.10.2010

 

Mit dem PKW geht es von Steinfeld im Drautal aus nach Norden auf einer asphaltierten Straße hinauf nach Rottenstein. Am Ende der Asphaltstraße folgt man dem Forstweg (Wegweiser Grakofel) nach Norden der Höhe entlang hinein ins Rottensteiner Tal. Nach einer Abwärtspassage führt die Straße auf der anderen Talseite wieder aufwärts und man erreicht so eine markante und breite Bachquerung (~1500m, Parkmöglichkeit).

Nun folgt man einem alten Wegweiser (Grakofel über Orteralm) nach Nordosten aufwärts und wandert über Almwiesen oder am Forstweg zur Unteren Orteralm. Wenige Meter östlich der Alm zweigt kurz vor dem Wald ein unscheinbarer markierter Steig vom Forstweg ab, welcher über eine Steilstufe hinauf zur Oberen Orteralm führt. Bei dieser hält man sich bei der Hütte links (Norden) und folgt den spärlichen Markierungen über schöne Almwiesen aufwärts. Der teils nicht vorhandene bzw. nur schwer sichtbare Steig quert schließlich in die steile Südflanke des Grakofels und führt durch diese hinauf zum Gipfel.

Wer auf den Kleinen Grakofel möchte, verlässt bald nach der Oberen Orteralm die Markierungen und wandert über freie Flächen zum Lackenbichl (2254m). Von diesem folgt man dem Gratverlauf -teils auf Steigspuren- bis zum Gipfel des Kleinen Grakofel. Die Überschreitung zum Großen Grakofel ist nicht ganz einfach. Zunächst folgt man unmittelbar am Grat Steigspuren nach Westen, ehe man einen ersten kleinen Gupf überschreitet. In weiterer Folge gilt es immer in unmittelbarer Gratnähe bleibend einzelne Erhebungen-teils die Hände zu Hilfe nehmend- zu überschreiten. Schließlich erreicht man eine ausgesetzte Erhebung, welche sich nach Nordwesten hin zieht. Nun folgt eine der beiden Schlüsselstellen: Von einer kleinen Scharte aus gilt es einen grasdurchsetzten Felskopf zu erklimmen, wobei man sich eher rechts hält. Im unteren Bereich steigt man über Platten höher, für die letzten Meter quert man in die Nordflanke und steigt durch eine schmale Rinne höher. Nach einer leicht zu überkletternde Erhebung gelangt man aber zu einer sperrenden, nach Westen hin rund 10m abfallenden Felswand. Diese Passage muss in den steilen Südhängen umgangen werden. Jetzt gilt es nur mehr ein zwei Rücken zu passieren und schon steigt man neuerlich am Grat die letzten Meter zum Gipfel des Grakofels.

 

Der Abstieg erfolgt auf markierten Steigspuren unmittelbar vom Gipfel weg nach Süden. Immer wieder verlieren sich die Spuren, umso wichtiger ist es, die Markierungen nicht aus den Augen zu verlieren. In rund 2400m gelangt man zu einer Weggabel; nach links (Süden) geht es zurück zur Orteralm, nach rechts (Südwesten) erreicht man die Hasleralm. Beide Steige sind mit alten teils verwaschenen Markierungen gekennzeichnet. Immer wieder verlieren sich die Spuren, die nächste Markierung ist aber meist in Sichtweite.

Wenn man den rechten Weg wählt, steigt man durch einen steilen Graben hinab zur Stockeralm. Von dort leiten die Markierungen fast in direkter Falllinie talwärts. Dem Gradbach entlang geht es schließlich abwärts, bis man einen neuen Almweg erreicht. Dieser führt in einer weiten Rechts- Linksschleife hinunter zur Hasleralm. Die letzten Meter geht es über die Alm zurück zum Auto.

Wer den linken Steig wählt, gelangt wieder zur Oberen Orteralm und steigt von dort über die Aufstiegsroute zurück zum Auto ab.

 

Der Grakofel ist ein wenig besuchter Gipfel in der Kreuzeckgruppe; nur selten finden Bergsteiger den Weg ins Rottensteiner Tal. Für den Gipfelsieg sind Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich. Die steilen Wiesenhänge im oberen Bereich sind besonders nach und bei feuchter Witterung gefährlich. Ein Fehltritt oder einmal ausrutschen kann hier schon fatal enden. Aufgrund der wenigen Besucher sind auch die Steige stellenweise schlecht ausgetreten. Immer wieder verlieren sie sich zu Steigspuren bzw. sind im Almgelände überhaupt nicht mehr zu erkennen. Daher ist es sehr wichtig, immer die teilweise schlechten Markierungen (Stand Oktober 2010) im Auge zu behalten.

Eine Überschreitung vom Kleinen zum Großen Grakofel wird wohl nur ausgewählten Alpinisten vorbehalten bleiben. Der Grat ist ausgesprochen ausgesetzt und immer wieder muss man die Hände zu Hilfe nehmen. Einzelne Passagen sind auch mit dem II. Schwierigkeitsgrad zu bewerten. Auf diesem Abschnitt gilt es, absolute Vorsicht walten zu lassen.

Wer aber den Weg bis auf den Gipfel findet, wird mit einem herrlichen Panorama belohnt, welches von den Dolomiten bis zu den Steiner Alpen reicht.

Die Untere Orteralm
Die Untere Orteralm
Herbstlicher Märchenwald
Herbstlicher Märchenwald
Werk der Natur
Werk der Natur
Blick vom Kleinen Grakofel auf die Hochalm
Blick vom Kleinen Grakofel auf die Hochalm
Der Ankogel
Der Ankogel
Beim Weiterweg die Schlüsselstelle, welche rechts umgangen wird
Beim Weiterweg die Schlüsselstelle, welche rechts umgangen wird
Der Blick zurück über den Grat zum Kleinen Grakofel, im Hintergrund die Julischen Alpen
Der Blick zurück über den Grat zum Kleinen Grakofel, im Hintergrund die Julischen Alpen
Am Gipfel angekommen grüßt der Großglockner
Am Gipfel angekommen grüßt der Großglockner
Der Gipfel
Der Gipfel
Blick übers Schroneck zum Kreuzeck
Blick übers Schroneck zum Kreuzeck
Blick über den Hochnebel nach Südosten zu den Julischen Alpen
Blick über den Hochnebel nach Südosten zu den Julischen Alpen
Der Reißkofel ragt aus dem Hochnebel, rechts davon die Kellerwand und die Hohe Warte
Der Reißkofel ragt aus dem Hochnebel, rechts davon die Kellerwand und die Hohe Warte
Die Kellerwand mit dem Eiskar nochmals im Zoom
Die Kellerwand mit dem Eiskar nochmals im Zoom
Beim Abstieg geht es wieder unter den Nebel
Beim Abstieg geht es wieder unter den Nebel