Mittlerer Bärenkopf 3358m

~1150 Höhenmeter (schwer)

Mit dem Auto geht es über die mautpflichtige Großglockner-Hochalpenstraße bis zur Franz-Josefs-Höhe (2370m). Eine Anreise mit dem Postbus ist auch möglich, als Tagestour ist der Mittlere Bärenkopf mit dem Fahrplan von 2019 jedoch nicht durchführbar.

Von der Franz-Josefs-Höhe weg folgt man dem Gamsgrubenweg durch insgesamt 6 Tunnels Richtung Oberwalder Hütte. Nach der Gamsgrube zieht der breite Fahrweg dann nach Nordwesten Richtung Wasserfallwinkelkees. Während der Anstieg früher über den Gletscher erfolgte, quert man nun in ständigem Auf und Ab im Gletschervorfeld nach Westen und erreicht nach einer kurzen Gletscherquerung (Stand 2019) den Fuß des Hohen Burgstalls, auf welchem die Oberwalderhütte steht. Mehrere neue Seilversicherungen leiten nun über das Felsmassiv hinauf zur großen Schutzhütte. Von der Oberwalderhütte weg wandert man in leichtem Bergauf nach Norden zum Eiswandbichl. Bis auf eine kurze Passage ist der gesamte Weg bis zum Südgipfel des Mittleren Bärenkopfs (3359m) eisfrei, beim kurzen Abstieg in die Eiswandscharte ist Schwindelfreiheit von Vorteil. Auch der einstige Eis- bzw. Firngrat zwischen den beiden Gipfeln ist mittlerweile ausgeapert. Die letzten Meter zum Mittleren Bärenkopf sind dann wieder unschwierig.

 

Wer möchte, kann die Tour auch zum Großen Bärenkopf oder gar zur Hohen Dock verlängern (Bei einem Rückmarsch zur Franz-Josefs-Höhe muss man damit aber nochmals gut 500-600 Höhenmeter einplanen). Dazu steigt man auf einem Steig vom Mittleren Bärenkopf über einen breiten Rücken nach Nordosten in die eisfreie Keilscharte (3187m) ab. Nach einem kurzen Gupf leiten aus der Scharte Steigspuren nach Osten hinauf Richtung Großer Bärenkopf. Eigentlich zeichnet sich der Weg meist gut ab, manchmal verlieren sich die Steigspuren zwar in den etwas felsigeren Passagen; muss man aber grundsätzlich immer in Gratnähe (Nordseite) bleiben. In knapp über 3300m erreicht man den breiten Gipfelkamm, auf welchem es unschwierig nach Osten bis zum höchsten (schmucklosen) Punkt geht. Der Weiterweg zur Hohen Dock führt auf einem eisfreien aber steilen Rücken hinab nach Osten in die Dockscharte (3234m). Von dort muss man dann steil, teils exponiert sowie an kurzen Passagen an Stahlseilen gesichert, über einen schönen Grat zur Hohen Dock aufsteigen. Der Weg vom Mittleren Bärenkopf bis zur Hohen Dock ist nicht markiert, zeichnet sich aber meist im Gelände klar ab.

 

Der Abstieg erfolgt über die Aufstiegsroute.

Ein Abstieg von der Hohen Dock zur Schwarzenberger Hütte (2267m) ist nur dann ratsam, wenn man dort übernachtet und am nächsten Tag nach Ferleiten absteigt und mit den Öffis die Heimreise antritt.

 

Der Mittlere Bärenkopf liegt umgeben von mächtigen Gletschern. Bis auf zwei ganz kurze Gletscherpassagen (Stand 2019) ist der Aufstieg auf diesen 3300er aber schon eisfrei. Diese beiden kurzen Gletscherabschnitte sind spaltenfrei, wodurch man für einen Gipfelsieg keine Gletscherausrüstung braucht. Selbst Steigeisen wird man im Hochsommer hier keine benötigen,  sie können zur Sicherheit im Rucksack aber nicht schaden. Haube und Handschuhe sollten in solchen Höhenlagen sowieso fixer Bestandteil der Packordnung im Rucksack sein. Gute Kondition ist für diese Tour alleine aufgrund der Höhenlage schon notwendig. Der Gipfel sowie der Weg dorthin bieten wunderbare Ausblicke zu den teils großen Gletscherflächen rund um den Johannisberg (Pasterzenboden). Natürlich hat man vom Mittleren Bärenkopf auch einen herrlichen Blick zum Großglockner.

Gemütliche Wanderer können die Tour aber auch auf zwei Tage aufteilen mit einer Übernachtung auf der Oberwalderhütte.

Ambitionierte Bergsportler machen noch die Überschreitung zur Hohen Dock. Dafür braucht man aber neben ausgezeichneter Kondition, stabilem Wetter auch Schwindelfreiheit und klettertechnische Sicherheit bis zum II. Schwierigkeitsgrat.

Blick über das Wasserfallwinkelkees zur Oberwalderhütte (oberer, mittlerer Bildrand). Der Aufstieg erfolgt zunächst im linken Bildteil und dann durch die Ostwand des Großen Burgstalls.
Blick über das Wasserfallwinkelkees zur Oberwalderhütte (oberer, mittlerer Bildrand). Der Aufstieg erfolgt zunächst im linken Bildteil und dann durch die Ostwand des Großen Burgstalls.
Neue Seilversicherung
Neue Seilversicherung
Am Weg vom Eiswandbichl zum Mittleren Bärenkopf
Am Weg vom Eiswandbichl zum Mittleren Bärenkopf
Am Südgipfel (3359m), im Hintergrund der Nordgipfel (3358m), rechts die breite Klockerin und gleich daneben das markante Wiesbachhorn. Ganz rechts der Große Bärenkopf.
Am Südgipfel (3359m), im Hintergrund der Nordgipfel (3358m), rechts die breite Klockerin und gleich daneben das markante Wiesbachhorn. Ganz rechts der Große Bärenkopf.
Abstieg in die Keilscharte
Abstieg in die Keilscharte
Steilaufschwung von der Dockscharte zur Hohen Dock
Steilaufschwung von der Dockscharte zur Hohen Dock
Perfektes Rundumtraining
Perfektes Rundumtraining