Preimlspitz 3133m

~1700 Höhenmeter (schwer)

10.9.2012

Mit dem Auto fährt man über die mautpflichtige Malta Hochalpenstraßen bis zu einem kleinen Parkplatz (~1520m, linker Hand) an der Abzweigung zur Kattowitzer Hütte. Nun folgt man wenige Meter der Straße, ehe in der ersten Rechtskurve ein Steig hinunter zur Malta abzweigt. Über eine Brücke gelangt der Bergsteiger auf einen markierten Wanderweg, welchem er kurz talaus folgt, bis eine unscheinbare Weggabel erreicht wird. Den markierten Steig verlassend steigt man über einen schönen aber steilen Jägersteig aufwärts zur Aichholzerhütte (1803m). Bei der Hütte heißt es aufpassen, der Weiterweg führt hinter (südlich) der Hütte (nicht nach links queren!) wieder steil hinauf in den Wald und durch diesen bis in freies Gelände (~1960m). Auf Steigspuren wandert man nun über sanfte Hänge durch den Aichholzerkessel höher, bis man einen formschönen Rücken über (nördlich) dem Keesbach erreicht. Jetzt gilt es entweder weglos der Höhe entlang nach Westen zum Bach zu queren und von dort nach Süden hinauf zu einem markanten Felsblock aufzusteigen oder man wandert zum Bach, überquert diesen und überwindet in direkter Linie die Steilstufe. Oberhalb der Steilstufe warten die beiden Preimlseen (2401m), welche in weiterer Folge jeweils an ihrer Westseite umgangen werden. Nun geht es über blank geschliffene Felsen steil aufwärts, wobei sich die einfachste Route unmittelbar über dem Unteren Preimlsee befindet. So gelangt man schließlich zu einer weiteren Verebnung mit mehreren kleinen Seen. Je nach Wasserstand kann man direkt zur Gletscherzunge wandern, oder man muss die Seen an ihrer Westseite umgehen. Ab nun geht es über den Gletscher aufwärts, wobei sich der Alpinist zunächst im rechten Zungenteil bewegt. In etwa 2800m erreicht man den großen Gletscherboden des Hochalmkees. Jetzt hält man sich eher rechts (Nordwesten) und wandert über den Gletscher Richtung Preimlspitz, von dessen Gipfel ein markanter Grat nach Südosten hin zieht, welcher Richtung Gletscher in eine breite Flanke übergeht. Je nach Spaltensituation am Hochalmkees steuert man auf die breite Flanke der Preimlspitze zu und steigt dann ohne Markierungen über kurze Felsstufen und Blockwerk zum Südostgrat auf. Der höchste Punkt ist dann etwas nach Westen versetzt und mit einem einfachen Holzstecken markiert.

 

Der Abstieg erfolgt über die Aufstiegsroute.

 

Die lange Ganztagstour auf die Preimlspitze führt auf der hier beschriebenen Route über das Hochalmkees. In den letzten Jahren (Stand 2011) war dieser große Gletscher im Spätsommer stark ausgeapert und es zeigten sich einige Gletscherspalten. Der Zungenbereich zeigt aber starke Zerfallserscheinungen (Stand 2012), sodass ein Verschwinden der Gletscherzunge in den nächsten Jahren zu erwarten ist. Wenn der Gletscher also nicht total schneefrei ist, sollte man unbedingt angeseilt gehen. Der Zustieg ist ebenfalls nicht zu unterschätzen, da er über weite Strecken durch wegloses Gebiet verläuft. Eine Besteigung der Preimlspitze sollte man aus diesem Grund entweder nur bei ausgezeichnetem Orientierungsvermögen oder zusammen mit einem Ortskundigen durchführen.

Das Ziel (ganz links) von der Waldgrenze aus aufgenommen
Das Ziel (ganz links) von der Waldgrenze aus aufgenommen
Aufstieg über die glatten Felsen über dem Unteren Preimlsee
Aufstieg über die glatten Felsen über dem Unteren Preimlsee
Beim Gletschertor
Beim Gletschertor
Schon am Südostgrat Richtung Gipfel
Schon am Südostgrat Richtung Gipfel
Vom Gipfel aus der Blick über das Hochalmkees zur Hochalmspitze
Vom Gipfel aus der Blick über das Hochalmkees zur Hochalmspitze
Zoom nach Westen zum Grubenkarkopf (links)
Zoom nach Westen zum Grubenkarkopf (links)
Wieder beim Abstieg über die blanken Felsen
Wieder beim Abstieg über die blanken Felsen
Die Bachquerung über den Keesbach ist problemlos. Im Gletschervorfeld muss man bei starker Schnee- und Eisschmelze nasse Füße in Kauf nehmen
Die Bachquerung über den Keesbach ist problemlos. Im Gletschervorfeld muss man bei starker Schnee- und Eisschmelze nasse Füße in Kauf nehmen