Sonnblick 3106m

~1500 Höhenmeter (schwer)

14.08.2012

 

Mit dem Auto geht es nach Flattach und von dort über eine asphaltierte Bergstraße vorbei an Innerfragant bis zur Talstation der Stollenbahn (Parkplatz, ~1200m).

Mit der Stollenbahn (kostenpflichtig) gelangt man zur Mittelstation (2234m).

Um auf die Fraganter Scharte zu kommen gibt es zwei Möglichkeiten:

Entweder man wählt die Gondel und fährt mit dieser bis in eine Höhe von 2800m. Bei der Bergstation wendet man sich nach links und steigt nach Westen auf einer Schipiste steil hinunter Richtung Wurtenspeicher. Knapp oberhalb des Sees gelangt man zu einer markanten Verebnung im Vorfeld des Wurtenkees.

Alternativ kann man sich ab der Mittelstation zu Fuß auf den Weg machen. Hierzu wendet man sich bei der Bergstation der Stollenbahn nach links (Westen) und wandert auf einer Schipiste aufwärts bis man sich in etwa 2425m nach links wendet und über einen Fahrweg zum Wurtenspeicher gelangt. Nun geht es entlang des Sees bis zur markanten Verebnung im Vorfeld des Wurtenkees (längere Variante mit mehr Höhenmetern im Aufstieg).

Bei der Verebnung trifft man auf eine Markierung, welche auf die links (westlich) liegende Moräne aufwärts leitet. Den Markierungen folgend wandert man nach Norden hinauf zur Fraganter Scharte. Bei der Scharte wendet sich der Bergsteiger nach links (Südosten) und folgt den Markierungen in leichtem Auf und Ab zur Niederen Scharte (2696m). Hier wendet man sich nach rechts und steigt zunächst über Schneefelder, dann über eine markante Rippe zunächst nach Norden und weiter nach Westen zum Rand des Golbergkees ab, wobei die letzten rund 100 Höhenmeter am schuttbedeckten östlichen Gletscherteil zurückgelegt werden. Am Gletscherrand angekommen hält sich der Bergsteiger links und wandert am imposanten Einbruchstrichter vorbei, überquert den Gletscherbach (bei starker Eisschmelze schwierig) und folgt einzelnen Markierungen im Gletschervorfeld nach Westen in geringer Steigung aufwärts. Nach einigen Minuten erreicht man eine Steilstufe, an welcher sich der Wandersteig wieder deutlich abzeichnet und auch die Markierungen häufiger werden. (In manchen Karten ist der Steig noch etwas weiter nördlich (talaus) eingezeichnet. Die Markierungen wurden dort jedoch übermalt, der alte Steig ist aber in der Natur noch erkennbar und auch gehbar). Nun geht es über eine Moräne teils steil aufwärts, bis man in rund 2575m auf den Wanderweg trifft, welcher von Kolm Saigrun Richtung Sonnblick führt. Die weitere gut markierte Aufstiegsroute zieht jetzt nach links (Südwesten) hinauf zur Rojacher Hütte (2718m). Von der im Sommer bewirtschafteten Hütte weg wird der Steig deutlich anspruchsvoller. Meist verläuft die Route in unmittelbarer Gratnähe, wobei an einzelnen Stellen Trittbügel den Aufstieg erleichtern. Schließlich erreicht der Bergsteiger in etwa 3050m den etwas flacheren Gipfelbereich. Die Markierungen befinden sich zwar weiterhin am Grat, viele Alpinisten weichen aber hier auf den obersten Teil des Gletschers aus. Die letzten Meter hinauf zum Sonnblick wandert man auf einem gut ausgetretenen Steig.

 

Der Abstieg erfolgt über die Aufstiegsroute. Einige Bergsteiger nutzen die Schneefelder knapp unterhalb des obersten Gratabschnittes um schneller abzusteigen. Steinmännchen leiten dann wieder den Weg zurück zum Grat (kurze Kletterpassage (I-II) im Abstieg).

 

Der Sonnblick ist ein viel besuchter Gipfel in den Hohen Tauern mit herrlichem Blick zum Großglockner. Beim Aufstieg von Kolm Saigurn aus kommt man nie mit Gletschern in Berührung. Wer vom Mölltaler Gletscher aus startet, kann den Großteil der Gletscherausrüstung ebenfalls zu Hause lassen, Steigeisen sollte man aber trotzdem mitführen, denn immerhin gilt es einen kurzen Abschnitt des Goldbergkees im unteren Teil zu queren und im Hochgebirge kann es auch im Hochsommer winterlich werden. Neben Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist für eine Besteigung des Sonnblick sehr gute Kondition erforderlich. Wer vom Mölltaler Gletscher aus startet sollte sich bewusst sein, dass die letzte Stollbahn im Sommer meist schon um 16h talwärts fährt. Insgesamt hat man also nur rund 8h Zeit für den Hin- und Rückweg. Wer sich diesen Stress nicht antun will, kann natürlich auch am Zittelhaus oder auf der Duisburger Hütte übernachten. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Rad mit der Stollenbahn bis zu Mittelstation mitzunehmen und dann die asphaltierte Straße zurück ins Tal zu fahren, wodurch man zeitlich ungebunden ist.

Der Sonnblick, aufgenommen am 23.07.2012 vom Mölltaler Gletscher aus
Der Sonnblick, aufgenommen am 23.07.2012 vom Mölltaler Gletscher aus
Knapp unter der Fraganter Scharte der Blick zurück zum Schareck
Knapp unter der Fraganter Scharte der Blick zurück zum Schareck
Nach Westen der Blick zum Sonnblick (im Nebel); der Aufstieg erfolgt an der markanten Rippe rechts der Bildmitte
Nach Westen der Blick zum Sonnblick (im Nebel); der Aufstieg erfolgt an der markanten Rippe rechts der Bildmitte
Der Abstieg von der Niederen Scharte (linker Bildteil) endet direkt am beeindruckenden Gletscherende, der weitere Aufstieg zieht dann auf der gegenüberliegen Seite bergwärts
Der Abstieg von der Niederen Scharte (linker Bildteil) endet direkt am beeindruckenden Gletscherende, der weitere Aufstieg zieht dann auf der gegenüberliegen Seite bergwärts
Die kleine Rojacher Hütte
Die kleine Rojacher Hütte
Blick während des Aufstieges knapp über der Rojacher Hütte zum Gletscherboden des Goldbergkees mit dem immer größer werdenden See
Blick während des Aufstieges knapp über der Rojacher Hütte zum Gletscherboden des Goldbergkees mit dem immer größer werdenden See
Der markante Grat auf welchem die Markierungen Richtung Gipfel weisen
Der markante Grat auf welchem die Markierungen Richtung Gipfel weisen
Die letzten Meter zum Gipfel, viele Bergsteiger verlassen hier den Grat und wählen die kürzere Route über die Schneefelder
Die letzten Meter zum Gipfel, viele Bergsteiger verlassen hier den Grat und wählen die kürzere Route über die Schneefelder
Spannender Blick nach Westen in die Glocknergruppe
Spannender Blick nach Westen in die Glocknergruppe
Mit dem Großglockner im Zoom
Mit dem Großglockner im Zoom
Im Südwesten zeigt sich die Schobergruppe
Im Südwesten zeigt sich die Schobergruppe
Der Friedrichskopf (links) hebt sich kaum vom Petzeck ab (Bildhintergrund)
Der Friedrichskopf (links) hebt sich kaum vom Petzeck ab (Bildhintergrund)
Beim Abstieg der Blick nach Osten zur Fraganter Scharte (Bildmitte) und dem Alteck (rechts davon)
Beim Abstieg der Blick nach Osten zur Fraganter Scharte (Bildmitte) und dem Alteck (rechts davon)