Škrlatica

~1800m (schwer)

12.10.2011, 28.8.2012 

 

Ausgangspunkt für diese Tour stellt das Aljazev Dom (1015m, Parkplatz) dar, welches über Kranjska Gora (bzw. Jesenice von Osten aus) - Mojstrana und dann durch das Vratatal erreicht wird.
Vom Parkplatz weg geht es bis am Fahrweg bis zum Aljazev Dom, wo man einem Steig Richtung Nordwesten, welcher zuerst mäßig steil durch einen Hochwald aufwärts führt, folgt. In etwa 1200m erreicht man nach der Querung eines Bachbetts eine Steilstufe, die in mehreren Kehren überwunden wird. Nach der ersten Steilstufe überwindet man eine zweite Steilstufe und erreicht so in 1700m ein kleines Hochtal. Der Wanderer folgt dem Steig einige Minuten aufwärts und gelangt so zu einer Weggabel und wendet sich dort nach rechts (Norden). Nun geht es den Hang querend aufwärts, vorbei am Biwak IV auf eine markante Nase. Von dieser steigt man einige Höhenmeter in ein kleines Kar ab und steigt dann über einen Rücken steil in ein weites Kar hinauf an. Durch dieses wandert man aufwärts, bis in etwa 2400m Höhe eine weitere Weggabel erreicht wird. Neuerlich wählt man den rechten Weg (Hinweis Skrlatica). Jetzt zieht der Steig zunächst steil durch ein Schuttfeld aufwärts, ehe er in gestuftes felsiges Gelände weiterführt. Schließlich erreicht man den Beginn des „Klettersteiges“. Zunächst leitet ein Stahlseil einige Höhenmeter abwärts; nach einer kurzen unversicherten Querung klettert man in einer Rinne aufwärts, wobei einzelne Stahlstifte den Aufstieg erleichtern. In weiterer Folge wechseln kurze Querungen mit steilen Aufschwüngen ab, welche aber nur stellenweise versichert sind. In etwa 2600m erreicht man einen vom Gipfel nach Südosten ziehend Felsgrat. Der weitere Aufstieg zum Gipfel erfolgt knapp unter dem Grat durch felsiges Gelände, wobei an einzelnen Stellen die Hände zu Hilfe genommen werden müssen.


Der Abstieg erfolgt über die Aufstiegsroute.

 

Die Škrlatica ist wohl einer der wildesten Gipfel in den Julischen Alpen. Ein Gipfelsieg erfordert neben ausgezeichneter Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit auch klettertechnische Sicherheit zumindest im I. Schwierigkeitsgrad. Der Klettersteig ist nur an den schwierigsten Passagen versichert und erfordert besonders beim Abstieg vom Bergsteiger große Vorsicht. Für schwächere Bergsteiger empfiehlt sich ein Kurzseil mitzuführen. Mit 2740m ist die Škrlatica einer der höchsten Gipfel der Julischen Alpen und bietet einen herrlichen Ausblick in die Bergwelt der Alpen-Adria-Region. Durch die große Seehöhe muss man aber im Frühjahr lange mit Schneeresten in den Rinnen des Klettersteiges rechnen. Im Herbst können Schneefälle bereits für winterliche Bedingungen sorgen.

 

Genau diese winterlichen Verhältnisse wurden mir am 12.10.2011 zum Verhängnis. Ich musste in 2600m wegen Vereisung umdrehen. Durch das Fehlen von durchlaufenden Stahlseilen war das Risiko bei der abschließenden Querung unter dem Grat zum Gipfel einfach zu groß.

Anders am 28.8.2012, an diesem Tag erreichten wir bei wolkenlosem Himmel den Gipfel!

Das Biwak IV beim Aufstieg mit Blick zum Stenar (links)
Das Biwak IV beim Aufstieg mit Blick zum Stenar (links)
Das Ziel kommt ins Blickfeld
Das Ziel kommt ins Blickfeld
"Wegweiser" in 2400m (Foto vom 12.10.2011)
"Wegweiser" in 2400m (Foto vom 12.10.2011)
Gehpassage in der Wand
Gehpassage in der Wand
Klassisches Klettersteigbild von der Škrlatica, so gut versichert sind aber nur kurze Passagen (Foto vom 12.10.2011)
Klassisches Klettersteigbild von der Škrlatica, so gut versichert sind aber nur kurze Passagen (Foto vom 12.10.2011)
Die letzten 150 Höhenmeter knapp unter dem Grat zum Gipfel (Bildmitte oben)
Die letzten 150 Höhenmeter knapp unter dem Grat zum Gipfel (Bildmitte oben)
Der Triglav belgeliet den Bergsteiger über weite Strecken
Der Triglav belgeliet den Bergsteiger über weite Strecken
Der Blick über Savetal zu den Steiner Alpen ist unglaublich klar für einen Augusttag
Der Blick über Savetal zu den Steiner Alpen ist unglaublich klar für einen Augusttag
Am Gipfel angekommen; im Hintergrund links der Dobratsch sowie frisch angezuckert Hochalm und Ankogel
Am Gipfel angekommen; im Hintergrund links der Dobratsch sowie frisch angezuckert Hochalm und Ankogel
Der Blick nach Westen ist atemberaubend; Sichtweite 160km! Am inken Bildrand der Mangart, ganz hinten am Horizont die Dolomiten und die Venedigergruppe
Der Blick nach Westen ist atemberaubend; Sichtweite 160km! Am inken Bildrand der Mangart, ganz hinten am Horizont die Dolomiten und die Venedigergruppe
Zoom zu Venediger (links) und Glockner (rechts)
Zoom zu Venediger (links) und Glockner (rechts)
Die westlichen Julier (von links: Jalovec, Wischberg und Monatsch sowie Mangart), zwischen Montasch und Mangart zeigt sich der 120km enfernte M. Antelao
Die westlichen Julier (von links: Jalovec, Wischberg und Monatsch sowie Mangart), zwischen Montasch und Mangart zeigt sich der 120km enfernte M. Antelao
Im Norden zeigt sich im Tal Villach und am Horizont erhebt sich hinter den Nockbergen der Dachstein
Im Norden zeigt sich im Tal Villach und am Horizont erhebt sich hinter den Nockbergen der Dachstein