Cime piccole di Rio Bianco 2206m (Kleine Weißenbachspitzen)

~1350 Höhenmeter (schwer)

18.6.2010, 23.06.2018

 

Über Tarvis mit dem Auto Richtung Sella Nevea. Ein paar Minuten nach dem Lago del Predil gelangt man in einer scharfen Linkskurve zu einer Parkmöglichkeit (linker Hand, 980m). Falls hier kein Platz sein sollte, findet man wenige Meter weiter zusätzliche Abstellplätze.

Unmittelbar in der scharfen Linkskurve zweigt vor der Brücke ein Wanderweg (Nr. 625) nach rechts ab. Diesem folgt man nach Norden entlang des Rio Bianco aufwärts. In etwa 1300 wird der Bach überquert und über 2 Steilstufen geht es hinauf zum Rifugio Brunner (1432m, privat). Bei der Hütte kommen mehrere Steige zusammen, der Weiterweg zum Biwak Gorizia führt hinter der Hütte der Höhe entlang nach Norden wieder zum Bach. Nach einer Bachquerung (nach langen niederschlagsfreien Phasen kann dieser auch trocken sein) steigt man durch Latschen höher bis zu einer Weggabel (~1620m), wo man den linken Steig wählt. Zuerst geht es die Höhe querend nach Westen, ehe der Wanderer die letzten rund 200 Höhenmeter über einen breiten Rücken zum Biwak Gorizia (1950m) aufsteigt.

Für den Gipfelsieg empfiehlt es sich, die Cime piccole di Rio Bianco in einem Rundweg zu überschreiten, wobei sich der Kreis beim Biwak wieder schließt. Je nach Schneelage und Temperaturverhältnissen kann man entweder im oder gegen den Uhrzeiger die Runde machen. In Folgendem wird die Tour gegen den Uhrzeigersinn beschrieben.

Zunächst wandert man durch das weite Kar weiter nach Westen und steigt dann (im Frühsommer noch über Schneefelder) steil zur Forcella del Vallone (2130m) auf. Hier wendet sich der Wanderer nach links (Süden) und folgt den roten Punkten zum Eingang eines Stollens (Taschenlampe notwendig). Dieser zieht teils über Leitern hinauf zu einer kleinen Scharte. Von dieser geht es in wenigen Minuten über grasdurchsetztes Gelände zum höchsten (schmucklosen) Punkt. Der Weiterweg führt entlang des markanten Gratverlaufes nach Osten, wobei man bei einzelnen Stellen die Hände zu Hilfe nehmen muss. Schließlich kommt man zu einer tiefen Scharte, in welche eine "Leiter" aus Eisenbügel hinabführt. Die alte Leiter wurde in den letzten Jahren "abgebaut". Auf der anderen Seite geht es an Seilen gesichert steil und anspruchsvoll über eine Felswand höher (Schlüsselstelle). Von nun an geht es fast durchwegs bergab, wobei es eine zweite technisch anspruchsvolle und mit Seilen gesicherte Stelle zu überwinden gilt, ehe der Wanderer die Forcella alta di Rio Bianco (2150m) erreicht. Von dieser geht es wieder zwischen imposanten Felswänden steil hinunter zum Biwak Gorizia und von dort über den Aufstiegsweg zurück zum Auto.

 

Alternativ kann man den Aufstieg zur Cime piccole di Rio Bianco auch über die Forcella alta di Rio Bianco (also im Uhrzeigersinn) in Angriff nehmen. Bei dieser Variante bietet sich die Möglichkeit von der Forcella del Vallone nach Westen zum Rifugio Corsi (1874m) abzusteigen. Von der Schutzhütte führt der Weg Nr. 629 zuerst steil hinunter und dann in der steilen Südflanke der Cime piccole di Rio Bianco die Höhe entlang nach Osten. Der Weg quert zwei sehr steile Gräben, welche mit Hilfe von Seilsicherungen überwunden werden. In knapp 1480m erreicht der Wanderer neuerliche eine Weggabel, wobei er sich rechts hält und dem Weg Nr. 650 hinunter zur Straße folgt, wo man nach wenigen Metern wieder auf das Auto trifft.

 

Spannende und abwechslungsreiche Tour im Herzen der Julischen Alpen. Für schwächere Personen ist ein Klettersteigset von Vorteil, der geübte Felsgeher wird sich mit einem Steinschlaghelm begnügen. Im Stollen braucht man eine Taschen- oder Stirnlampe. Besonders reizvoll ist diese Tour in der Kombination mit dem alternativen Abstieg über die Corsi- Hütte. Allgemein benötigt man für eine Besteigung der Cime piccole di Rio Bianco neben sehr guter Kondition, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Erfahrung auf Klettersteigen.

Rifugio Brunner (privat)
Rifugio Brunner (privat)
Der Weg hinauf zum Biwak Gorizia führt über diesen breiten Rücken
Der Weg hinauf zum Biwak Gorizia führt über diesen breiten Rücken
Die Scharte zwischen großer (links) und kleinen Weißenbachspitzen
Die Scharte zwischen großer (links) und kleinen Weißenbachspitzen
Im Stollen
Im Stollen
Blick von einem der Gipfel zum Wischberg (rechts)
Blick von einem der Gipfel zum Wischberg (rechts)
Der Gratverlauf nach Osten hin
Der Gratverlauf nach Osten hin
Der Weg führt teils in Gehgelände, teils durch Felsen; hier der herrliche Blick zum Kaninzug
Der Weg führt teils in Gehgelände, teils durch Felsen; hier der herrliche Blick zum Kaninzug
Die alte Leiter wurde durch Eisenbügel ersetzt
Die alte Leiter wurde durch Eisenbügel ersetzt