Grande Nabois 2313m

~1450 Höhenmeter (schwer)

23.7.2007, 4.8.2018

Mit dem Auto geht es über Tarvis auf der Bundeststraße Richtung Udine und dann nach links in den kleinen Ort Valbruna. Nur wenige Fahrminuten südl. von Valbruna (Richtung Saisera) zweigt man bei einem Wegweiser (Rif. Pellarini) links ab und gelangt kurz darauf zu einem Parkplatz.

Für den Weg auf den Nabois gibt es nun mehrere Varianten:

Variante 1 und 2 über die Pellarini Hütte:

Vom Parkplatz weg folgt man dem Fahrweg immer den Schildern Rif. Pellarini folgend leicht bis mäßig ansteigend nach Süden bis zur Seilbahnstation (~1130m). Hier verengt sich die Forststraße zu einem Steig, über welchen man das Rif. Pellarini (1498m) erreicht. Nun wendet man sich nach Westen und wandert Richtung Sella Nabois. Nach kurzer Zeit gelangt man zu einer Weggabelung (Ostschulter auf den Grande Nabois). Dieser mit roten Punkten markierte Steig, war bis vor einigen Jahren kaum ausgetreten und teils nur schwer zu finden. Mittlerweile zeichnet er sich aber gut ab, ist jedoch trotzdem nur für geübte, schwindelfreie und trittsichere Wanderer zu empfehlen. Zuerst steigt man durch lichte Wald- und Latschenbestände höher, ehe man in einen begrünten Kessel gelangt. Hier wendet man sich nach Norden hinauf auf den Grat, über welchen man weiter aufsteigt (rote Punkte gut sichtbar). Nun kommt man zur Schlüsselstelle. Durch eine Schlucht geht es in leichter Kletterei höher ehe man auf ein breites Grasband gelangt. Immer fast in unmittelbarer Gratnähe bleiben steigt man den roten Punkten folgend immer höher, bis man nur wenige Höhenmeter unter dem Gipfel auf den Steig trifft, welcher vom Sella Nabois heraufzieht. Diesem folgt man dann auf den Gipfel, wobei die letzten Höhenmeter durch Stahlseile gesichert sind (Trittsicherheit + Schwindelfreiheit erforderlich).

Wer den Ostgrat nicht gehen möchte wandert von der Abzweigung knapp westlich der Pellarini Hütte gemütlich weiter Richtung Sella Nabois. Im Schuttkar zieht dann der Steig höher und knapp unterhalb des Sattel gelangt man zu einer etwas unscheinbaren Weggabelung. Hier geht es nach rechts (Norden) weg und auf einem Kriegssteig mit zahlreichen in den Felsen gehauenen Stufen geht es über einen Steilaufschwung höher. Weiter oben wird das Gelände wieder etwas gemütlicher, ehe man auf den letzten Metern (wie oben beschrieben) nochmals eine kurze verischerte Passage überwinden muss.

 

Variante 3:

Hierfür wandert man kurz am Weg Richtung Pellarini Hütte, hält sich dann aber rechts und gelangt so zurück auf die Straße in die Saisera. Nach wenigen Minuten gelangt man zum Parkplatz 3. Vom Parkplatz weg geht es auf einem Schotterweg (im Winter Langlaufloipe Richtung Südwesten) bis ans südliche Ende des mächtigen Schotterbetts des Saisera Tals. Dort leitet dann ein Steig (Wegweiser Biwak Mazzeni, Sella Nabois) nach Süden. Durch Buchenwald fürht der Wanderweg in die sogenannte Spranga. Nach der Überwindung einer Steilstufe erreicht man eine weitere Weggabelung knapp unterhalb des Biwaks. Hier folgt der Wanderer dem Wegweiser Sella Nabois nach Osten bergab, überquert ein meist trockenes Bachbett und steigt auf der gegenüberliegenden Seite Richtung Nordosten auf einem markierten Steig höher. In weiterer Folge geht es immer unmittelbar am Fuße der mächtigen Wischberg-Nordwände Richtung Sella Nabois, wobei man mehrere kurze Abwärtspassagen zurücklegt. Wer früh im Jahr unterwegs ist, muss damit rechnen, dass in einzelnen Passagen hier noch Schnee am Steig liegen kann. Dann können in diesem Abschnitt Steigeisen erforderlich sein. Im Hochsommer ist der Weg aber im Regelfall schneefrei. Schließlich erreicht man über einen letzten etwas mühsamen Aufschwung den Sella Nabois. Diesen gilt es nun zu überschreiten, sodass man rund 80 Höhenmeter unterhalb des Sattels auf die Aufstiegsroute von der Pellarini Hütte ins Nabois-Kar gelangt und dem alten Kriegssteig auf den Gipfel folgt.

 

Je nach Aufstiegsvariante empfiehlt sich entweder ein Abstieg über den Ostgrat oder durch das weite Nabois-Kar.

 

Die Tour auf den Nabois bietet herrliche Einblicke in die Nordwand des Wischbergs und vom Gipfel aus wunderbare Ausblicke nach Norden hin.

Der Steig über den Ostgrat ist nur für sehr erfahrene Bergwanderer geeignet, aber auch der felsige Gipfelaufbau ist nicht zu unterschätzen.

Der Weg über die Spranga ist wild, lang, einsam, nur für trittsichere und schwindelfreie Personen geeignet, aber ein landschaftlicher Genuss. Im Frühsommer können im Kar unterhalb des Sella Nabois sowie am Weg von der Spranga zum Sella Nabois noch ausgedehnte Schneefelder liegen, welche aber bis auf ein paar Firnfelder am Wandfuß des Wischbergs in den Sommermonaten abschmelzen.

Blick aus der Saisera auf den Montasch
Blick aus der Saisera auf den Montasch
Die Nabois-Westschlucht mit dem Sella Nabois. Im Sommer wild, im Winter noch viel wilder!
Die Nabois-Westschlucht mit dem Sella Nabois. Im Sommer wild, im Winter noch viel wilder!
Das größte Firnfeld (Studence) am Fuße der Wischberg-Nordwand, im Hintergrund der Nabois mit dem gleichnamigen Sattel
Das größte Firnfeld (Studence) am Fuße der Wischberg-Nordwand, im Hintergrund der Nabois mit dem gleichnamigen Sattel
In den Felsen gehauene Stufen am alten Kriegssteig am Weg zum Gipfel
In den Felsen gehauene Stufen am alten Kriegssteig am Weg zum Gipfel
Am Gipfel
Am Gipfel
Der mit roten Punkten markierte Ostgrat
Der mit roten Punkten markierte Ostgrat

Blick von der Pellarinihütte zum Wischberg (Bildmitte), zum Sella Nabois und zum Grande Nabois.

Der Nabois ganz links im Bild und der Sella Nabois. Weiter nach rechts Wischberg (2666m) und Kastreinspitzen (2502m)
Der Nabois ganz links im Bild und der Sella Nabois. Weiter nach rechts Wischberg (2666m) und Kastreinspitzen (2502m)