Mangart 2677m (Kleiner Mangart 2401m)

~1770-2000 Höhenmeter (schwer)

12.7.2013

 

Mit dem Auto geht es zu m Oberen Weißenfelser See (929m, Parkplatz).

 

Von dort folgt man zunächst dem Forstweg (Nr. 512) Richtung Zacchi Hütte und dann dem Weg Nr. 513 zur Alpe Tamer (1010m). Auf dem Weg 513 geht es durch den Wald aufwärts zur Alpe Vecchia (~1310m), wo man wieder zu einer Weggabel gelangt. Man wählt den unauffälligen kleinen Weg (Wegweiser Via della Vita) gerade aus und erreicht so ein weites Schuttkar. Durch dieses führt das Steiglein nun teils mit roten Punkten teils mit Steinmännchen markiert höher. In etwa 1500m zieht der Weg über einen steilen Rücken nach links (Südosten) und führt so in ein weiteres Schuttkar, welches bis zum Wandfuß hinaufzieht. Den Markierungen folgend gelangt der Bergsteiger so zum Einstieg des Klettersteiges, welcher sich im oberen linken (östlichen) Teil des Kares befindet und mit einem verwaschenen roten Punkt sowie einer Hinweistafel im Felsen gekennzeichnet ist. Je nach Jahreszeit kann sich am Wandfuß ein mehr oder weniger großes Schneefeld befinden, welches den Einsatz von Pickel oder Steigeisen erfordern kann. Gleich zu Beginn überwindet der Klettersteig einen steilen Kamin (Schlüsselstelle). In weiterer Folge leiten die fast durchgehend vorhandenen Stahlseile über kurze Aufschwünge und zahlreiche Bänder zunächst nach Nordosten und dann nach Süden höher in eine breite Felsrinne. Hier gilt es ein kurzes Stück ungesichert (Stand Juli 2013) durch die Rinne zu queren. Auf der gegenüberliegenden Seite geht es zunächst entlang einer kurzen Eisenkette und dann wieder entlang des Stahlseiles sowie zahlreicher Trittbügel steil höher. So erreicht man schließlich das Kar oberhalb der Felsrinne, durch welches der Steig zu einer letzten kurzen Steilstufe leitet. Hier muss man ev. nochmals ein Schneefeld queren. In etwa 2100m gelangt der Kletterer so zu einer Weggabel. Nach links (Osten) geht es steil hinauf zur Veunza, nach rechts (Westen) zieht der Steig zum Biwak Tarvisio (2160m).

Für die Überschreitung zum Mangart hält man sich rechts und erreicht so in wenigen Minuten das Biwak. Der Weiterweg führt vom Biwak direkt am Grat nach Westen aufwärts (kurze Passage mit Stahlseilen), ist aber nur mit alten verwaschenen Markierungen und einzelnen Steinmännchen gekennzeichnet. Im weiteren Verlauf geht es über steiles gestuftes Gelände knapp südlich vom Grat höher. Zunächst steuert man eine markante Scharte an, quert dann aber nach links (Südwesten) um über einen sehr steilen und mit Stahlseilen versicherten Aufschwung (C/D) auf einen breiten Gipfelrücken zu gelangen. Jetzt geht es einfach in leichtem Auf und Ab nach Westen zum Kleinen Mangart (2393m), welchen man rechts liegen lässt. Knapp unter dem Gipfel leiten die Steigspuren nämlich in die ausgesprochen steile Südflanke und schließlich über einen versicherten Abschnitt hinunter in die Teufelsscharte (Mala Forca/ Huda Skrbina, 2041m). Der Weiterweg führt nun gut markiert in der steilen Südflanke ständig an Höhe gewinnend nach Westen (einzelne versicherte Stellen), bis man schließlich nach einem steilen Grasaufschwung die Einmündung des Normalweges auf den Mangart erreicht (2485m). Die letzten 200 Höhenmeter zum Gipfel werden über den Normalweg zurückgelegt.

 

Der Abstieg erfolgt von der Scharte in 2485m nach Nordwesten über die Leichenbretter sowie mehrere kleine mit Stahlseilen gesicherte Felsstufen hinunter zur Forcella Mangart (2166m). Hier hat man die Möglichkeit nach rechts (Norden) hinunter zum Biwak Nogara und von diesem über den Weg 517a zur Alpe Tamer abzusteigen und von dort über den Hinweg zurück zum Auto zu wandern. Alternativ kann man vom Sattel weiter nach Westen bis zur Lahnscharte (2055m) absteigen. Hier dann nach rechts (Norden) dem Steig in das enge Kar hinunter folgen und über den Weg Nr. 516 zur Alpe del Lago (1006) absteigen. Von der schönen Alm erreicht man über eine Fahrweg wieder den Ausgangspunkt.

 

Diese Tour ist ausgesprochen lang, erfordert ausgezeichnete Kondition, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit sowie Erfahrung im steilen alpinen Gelände. Ein Abbruch oder eine Verkürzung der Tour ist kaum möglich. Die einzige Möglichkeit besteht darin vom Biwak Tarvisio nach Süden auf einem einfachen Weg ins Kortinica Tal abzusteigen. Ein Rückzug über die Via della Vita ist zwar möglich, stellt aber in den schwierigen Stellen im oberen sowie untersten Wandteil hohe Ansprüche an den Klettersteiggeher. Nach schneereichen Wintern empfiehlt es sich selbst im Sommer noch einen Pickel oder Steigeisen für den Einstieg bzw. einzelne Schneefelder im oberen Teil des Klettersteiges mitzuführen. Ein Steinschlaghelm sowie ein Klettersteigset sollten bei dieser Tour sowieso nicht fehlen. Der Weiterweg vom Biwak Tarvisio zum Mangart erscheint zwar auf der Wanderkarte relativ kurz zu sein, selbst erfahrene und flotte Bergsteiger sollten für den Abschnitt bis zur Weggabel in 2485m zumindest 2h einplanen.

Wer sich trotzdem an diese Tour heranwagt wird (abgesehen vom Mangart) mit Einsamkeit pur und einem faszinierenden alpinen Erlebnis belohnt.

 

Die massive Wand, durch welche die Via della Vita hinauf führt
Die massive Wand, durch welche die Via della Vita hinauf führt
Die Randkluft Anfang Juli 2013
Die Randkluft Anfang Juli 2013
Unterm Schnee geht es los hinauf in die Wand
Unterm Schnee geht es los hinauf in die Wand
Am oberen Rand der Wand ist ganz klein das rote Biwak Tarvisio zu erkennen
Am oberen Rand der Wand ist ganz klein das rote Biwak Tarvisio zu erkennen
Im oberen Teil
Im oberen Teil
Blick vom Biwak zur Veunza
Blick vom Biwak zur Veunza
Rückblick zum Biwak Tarvisio (Bildmitte)
Rückblick zum Biwak Tarvisio (Bildmitte)
Die mit Stahlseilen gesicherte Schlüsselstelle
Die mit Stahlseilen gesicherte Schlüsselstelle
Oben angekommen
Oben angekommen
Kleiner Durchschlupf vor der Teufelsscharte
Kleiner Durchschlupf vor der Teufelsscharte
Abstieg zur Teufelsscharte
Abstieg zur Teufelsscharte
In der steilen Südflanke zum Mangart
In der steilen Südflanke zum Mangart

Bilder vom Mangart Gipfel gibt es hier: Mangart via slow. Klettersteig.

Beim Abstieg von der Lahnscharte, im Winter schaut es hier anders aus
Beim Abstieg von der Lahnscharte, im Winter schaut es hier anders aus
Rückblick von der Alpe del Lago, links führt der Klettersteig hinauf und rechts zieht die Lahnscharte herunter, dazwischen der Mangart (in Nebel)
Rückblick von der Alpe del Lago, links führt der Klettersteig hinauf und rechts zieht die Lahnscharte herunter, dazwischen der Mangart (in Nebel)