Mala Mojstrovka 2332m (Überschreitung zum Travnik 2379m)

~750-1100 Höhenmeter (schwer)

7.7.2010

Mit dem PKW geht es von Kranjska Gora auf den 1611m hohen Vrisic Pass (Parkplatz am Pass kostet € 3). Vom Pass aus folgt man einem Steig Richtung Norden (Sleme angeschrieben) auf eine Scharte (1799m), wo man sich nach links (Westen) wendet und die Höhe entlang teils leicht bergauf bzw. leicht bergab unter den Nordwänden der Sitna glava dahinwandert, bis schließlich nach links hinauf (Südwesten) ein Steig zum Einstieg des Klettersteigs abzweigt. Der Klettersteig (B/C) führt die natürlichen Felsformationen ausnützend über Rinnen und Bänder höher, wobei über weite Strecken Stahlstifte sowie ein Stahlseil für eine Sicherung sorgen. Während man im unteren Teil immer wieder Rinnen benutzt um Höhe zu gewinnen, quert man im oberen Teil wiederholt auf schönen Bändern unter nur leichtem Höhengewinn. In rund 2100m legt sich der Fels schon merklich zurück und in etwa 2200m erreicht der Bergsteiger eine deutliche Verflachung. Von dieser geht es in einem letzten steilen Aufschwung hinauf zum Gipfel der Mala Mojstrovka.

 

Für die meisten Bergsteiger endet hier der Aufstieg und man tritt über den Normalweg (einem breit ausgetreten Steig) über die Südseite der Mojstrovka den Rückweg zum Pass an. In etwa 1900m erreicht man so eine markante Scharte. Hier geht es nach links (Nordosten) hinunter in ein breites Schuttkar. Entweder man folgt nun dem Steig abwärts zum Pass oder man beschleunigt den Abstieg und tritt über das Schuttfeld (sich leicht links haltend) bis kurz vor die Passhöhe ab.

 

Wenige Bergsteiger wandern noch auf die Velika Mojstrovak (2366m), welche sich unmittelbar westlich der Mala Mojstrovka erhebt und nur mehr einzelnen Alpinisten bleibt eine Überschreitung nach Westen zum Travnik (2379m) vorbehalten. Diese Überschreitung erfolgt fast ausschließlich unmittelbar am Grat, wobei die Felswände nach Norden ins Plancia Tal bis zu 1000m abfallen. Nur an wenigen Stellen weicht der Steig, welcher mit Steinmännchen markiert ist, in die Südseite aus. In einem ständigen Auf und Ab passiert man mehrere kleine Gipfel, wobei an einzelnen Stellen die Hände zu Hilfe genommen werden müssen. Nach der Zadnja Mojstrovka (2354m) führen die Steigspuren steil und ausgesetzt in eine kleine Scharte. Hier gilt es wieder einmal eine kleine Felsschuppe zu überklettern. Aufgrund der Ausgesetztheit stellt der Abstieg in die Scharte und die kurze Klettereinlage die Schlüsselstelle dieser Gratwanderung dar. Von der Scharte gelangt der Bergsteiger über einen immer steiler werdenden Ostrücken, im oberen Bereich neuerlich die Hände zu Hilfe nehmend, schließlich auf den Gifel des Travnik.

 

Für den Rückweg kann man einerseits den bereits vom Hinweg bekannten Gratweg zur Mojstrovka wählen und von dort über den Normalweg zum Pass absteigen.

Andererseit besteht auch die Möglichkeit, auf einem alten Steig in der Südflanke des Mojstrovka- Zuges nach Osten zu queren. Für diese Variante steigt man vom Travnik durch ein flaches Kar nach Süden hin ab. In etwa 2200m hält sich der Bergsteiger links (Südosten) und quert zu einem markanten Grat, welcher vom Travnik nach Süden hinunter zieht. In diesem Abschnitt befinden sich bereits einzelne Steigspuren. Spätestens knapp unter 2100m gilt es, über den Grat nach Osten hin in ein weiteres Kar zu queren. Auch in diesem Bereich finden sich immer wieder Steigspuren. Der Weiterweg führt nun der Höhe entlang nach Osten Richtung Suhi Vrh. Nördlich von diesem markanten Gupf quert man in das nächste weite Kar. Spätestens in diesem Abschnitt sollte man auf den alten mit verwaschenen Strichen markierten Wanderweg treffen. Dieser Steig ist nur mehr auf wenigen Karten eingezeichnet und verläuft zwischen rund 2040 und 2120m in der Südflanke des Mojstrovka- Zuges. Falls man den alten Steig nicht finden sollte, gilt es trotzdem, der Höhe entlang nach Osten zu queren, bis man das weite Mojstrovka Kar erreicht. Hier muss man kurz zum Normalweg aufsteigen. Der weitere Abstieg erfolgt von nun an auf dem gut ausgetretenen Steig in die Scharte und von dort über das Schuttfeld hinunter zum Pass.

 

Eine Besteigung der Mojstrovka ist sowohl im Sommer als auch im Winter ein Klassiker. Der Klettersteig (B/C) ist überwiegend gut gesichert, er verfügt aber nicht über ein durchgehendes Stahlseil. Somit muss der Klettersteigbezwinger manche Passagen komplett ungesichter absolvieren, was besonders für schwächere Bergsteiger ein psychisch schwieriges Unterfangen sein kann. Aufgrund der zahlreichen Begeher sowie der teils losen Schuttauflage in manchen Bereichen des Steigs ist die Verwendung eines Steinschlaghelms absolut anzuraten.

Der Abstieg auf der Südseite durch den Schutt ist teilweise etwas mühsam.

 

Vom Gipfel der Mojstrovka bietet sich ein schöner Rundumblick, wobei die teils deutlich höheren Nachbarn wie Prisank oder Mangart die ganz grandiose Aussicht vereiteln.

Wer die Gratüberschreitung zum Travnik wagt, wird mit absoluter Einsamkeit belohnt, denn nur wenige Bergsteiger wählen diesen Weg. Eine Überschreitung sollte aber nur bei guter Sicht, ausgezeichneter Kondition, absoluter Sicherheit im Fels und guter Orientierung absolviert werden.

Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind bei einer Begehung eines Klettersteigs natürlich Grundvoraussetzung. Im Frühsommer kann ein hartes Schneefeld den Einstieg zum Klettersteig erschweren.

Ein Aufstieg über den "Normalweg" wird vom Autor aufgrund des großen Schuttanteils als wenig lohnend empfunden.

Schon nach wenigen Minuten zeigt sich in der Nordwand des Prisank das "Prisankgesicht"
Schon nach wenigen Minuten zeigt sich in der Nordwand des Prisank das "Prisankgesicht"
Der Hinweg zum Einstieg des Klettersteigs
Der Hinweg zum Einstieg des Klettersteigs
Beim Einstieg der Blick nach Nordwesten zur Sleme (Vordergrund) und der Ponza (rechts)
Beim Einstieg der Blick nach Nordwesten zur Sleme (Vordergrund) und der Ponza (rechts)
Einer der ersten Aufschwünge
Einer der ersten Aufschwünge
Bänder im oberen Abschnitt
Bänder im oberen Abschnitt
Der Prisank kommt weiter oben wieder ins Blickfeld
Der Prisank kommt weiter oben wieder ins Blickfeld
Blick vom Gipfel zu Jalovec (links) und Mangart (rechts)
Blick vom Gipfel zu Jalovec (links) und Mangart (rechts)
Blick zur Velika Mojstrovka
Blick zur Velika Mojstrovka
Die Mala Mojstrovka aufgenommen von der Velika Mojstrovka
Die Mala Mojstrovka aufgenommen von der Velika Mojstrovka
Der Gratverlauf nach Westen
Der Gratverlauf nach Westen
Der Travnik mit der beeindruckenden Nordwand, welche schon Reinhold Messner wegen der tollen Kletterrouten schätzte
Der Travnik mit der beeindruckenden Nordwand, welche schon Reinhold Messner wegen der tollen Kletterrouten schätzte
Eine Gämse quert meinen Weg
Eine Gämse quert meinen Weg
Der Triglav umhüllt mit Nebelschwaden
Der Triglav umhüllt mit Nebelschwaden
Die verwaschenen Markierungen am Rückweg
Die verwaschenen Markierungen am Rückweg
Blick auf den Grat, welcher vom Travnik nach Süden zieht; im Vordergrund eines der zu durchquerenden Kare
Blick auf den Grat, welcher vom Travnik nach Süden zieht; im Vordergrund eines der zu durchquerenden Kare
Das Schuttfeld von der Scharte zum Vrsic- Pass
Das Schuttfeld von der Scharte zum Vrsic- Pass