Montasch 2753m, Villacher Weg III+

~1800 Höhenmeter (schwer)

Mit dem PKW geht es über Tarvis und Valbruna in die Saisera (1004m, Parkplatz). Von hier aus wandert man durch das Bachbett in südliche Richtung. Nach wenigen Minuten zweigt unscheinbar nach rechts (Westen) ein Steig ab (Markierung). Über diesen geht es zuerst durch Wald höher, ehe man in rund 1300m in ein Bachbett gelangt, durch welches man weiter Richtung Westen bis zu einer Weggabelung wandert. Hier nach links (Süden) abzweigen; über eine Steilstufe und eine kurze Querung gelangt man zum Biwak Stuparic (1587m). Kurz vor dem Biwak kommt man zu einer unscheinbaren Weggabel. Man hält sich rechts (Südwesten) und steigt auf einem Steig durch Buschwerk Richtung Montasch Nordwand. Nach wenigen Minuten gelangt man in ein breites meist trockenes Bachbett. Etwa 100-200 Höhenmeter unter dem Gletscher findet sich im Bachbett nochmals eine Wasserstelle. Von dort geht es weiter aufwärts zur Endmoräne des kleinen Montasch-Gletschers. Der untere Teil der Gletschers ist mit Schutt und Sand bedeckt und nicht mehr als solcher zu erkennen. Zum Wandfuß hin findet man jedoch ein sehr steiles Firn- bzw. Eisfeld vor. Über dieses steigt man bis zum höchsten Punkt auf.

Als erste Schwierigkeit tut sich hier heroben in rund 2100m die besonders im Spätsommer große Randkluft auf. Diese gilt es zu überwinden und dann folgt man (natürlich mit Partnersicherung) dem Verlauf des ehemaligen Villacher Steiges die Wand höher, wobei gleich die ersten beiden Seillängen die klettertechnisch schwierigsten (III-IV) darstellen. Danach geht es teils auf alten Versicherungen aufwärts. Leichtere Passagen wechseln mit wieder etwas anspruchsvolleren Stellen ab, wodurch man quasi die ganze Tour über gezwungen ist am Seil zu gehen. Im oberen Wanddrittel gelangt man zu zwei sehr ausgesetzten Querungen, die besonders für den Vorsteigenden unangenehm sein können. Nach der zweiten Querung legt sich die Wand deutlich zurück und man gelangt in leichter Kletterei auf den Montasch- Ostgrat, über welchen es in wenigen Minuten zum Gipfel geht.

 

Der Abstieg erfolgt über den Leiternweg (Scala Pipan; Klettersteig B) hinunter zur Pecolalm (1502m), wo man idealerweise ein zweites Auto hat, bzw. sich abholen lässt.

 

Diese lange und überaus anspruchsvolle Bergfahrt ist nur für sehr erfahrene Alpinisten zu empfehlen. Die Nordwand erfordert ausgezeichneten Umgang in der Partnersicherung. Der Vorsteigende muss des weiteren über gute Kenntnisse im Absichern einer alpinen Kletterroute verfügen. Die alten Stahlstifte erleichtern zwar manch schwierige Kletterpassage, stellen aber im gleichen Augenblick eine große Gefahr bei Stürzen dar!

Die größte Schwierigkeit dieser Tour stellen die Überwindung der Randkluft sowie die ersten beiden Seillängen dar. Besonders die beiden Querungen im oberen Wandteil erfordern aber nochmals größte Konzentration. Man sollte sich bewusst sein, dass, sobald man die Randkluft überwunden hat, es kein zurück mehr gibt (vgl. Bilder).

Neben ausgezeichneter Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist gute Klettertechnik (III- IV Schwierigkeitsgrad) für diese Tour erforderlich. Für den Zustieg über den Montasch-Gletscher sind Steigeisen und auch ein Pickel ratsam. Für die Überwindung der Randkluft können Eisschrauben notwendig sein.

 

Wer aber diese Nordwand bezwingt, hat eine der großen Touren auf den Spuren von Julius Kugy bewältigt und wird mit schönen Tief- und Ausblicken belohnt.

Aufstieg im Wald um 5:30 (mit Stirnlampen), noch ist die Stimmung gut
Aufstieg im Wald um 5:30 (mit Stirnlampen), noch ist die Stimmung gut
Guten Morgen liebe Sonne!
Guten Morgen liebe Sonne!
Wegen solcher Bilder steht man um 3:30 auf!
Wegen solcher Bilder steht man um 3:30 auf!
Die Montasch- Nordwand im Morgenlicht, der Aufstieg erfolgt rechts des mittleren Pfeilers
Die Montasch- Nordwand im Morgenlicht, der Aufstieg erfolgt rechts des mittleren Pfeilers
Knapp unterhalb des Gletschers, der Blick zurück nach Norden, ganz im Hintergrund ist der Dobratsch zu erkennen
Knapp unterhalb des Gletschers, der Blick zurück nach Norden, ganz im Hintergrund ist der Dobratsch zu erkennen
Der Montasch-Gletscher, hat Ende August 2008 ein großes "Gletschertor"
Der Montasch-Gletscher, hat Ende August 2008 ein großes "Gletschertor"
Der untere Teil des Gletschers ist mit Sand und Schutt bedeckt, das Gletschertor mündet in einen Eiskanal
Der untere Teil des Gletschers ist mit Sand und Schutt bedeckt, das Gletschertor mündet in einen Eiskanal
Aufstieg über den "Spitz" zum Wandfuß
Aufstieg über den "Spitz" zum Wandfuß
Am Ende der ersten Seillänge verabschieden wir uns von unseren zurückbleibenden Kameraden, sie wählen den Aufstieg über die Via Amalia (versicherter Klettersteig)
Am Ende der ersten Seillänge verabschieden wir uns von unseren zurückbleibenden Kameraden, sie wählen den Aufstieg über die Via Amalia (versicherter Klettersteig)
Der Blick zurück hinunter auf die beängstigend große Randkluft
Der Blick zurück hinunter auf die beängstigend große Randkluft
Zahlreiche Eisenstift als Überreste des ehemaligen Klettersteiges, Blick hinunter zum obersten Teil des Gletschers
Zahlreiche Eisenstift als Überreste des ehemaligen Klettersteiges, Blick hinunter zum obersten Teil des Gletschers
Kurze Pause an einem Standplatz in der Wand
Kurze Pause an einem Standplatz in der Wand
Mit zunehmender Höhe zeigen sich im Norden die Hohen Tauern samt dem Großglockner
Mit zunehmender Höhe zeigen sich im Norden die Hohen Tauern samt dem Großglockner
Über die Via Amalia ziehen unsere Kameraden auf dem begrünten Rücken Richtung Gipfel
Über die Via Amalia ziehen unsere Kameraden auf dem begrünten Rücken Richtung Gipfel
Auf einem Band in der Wandmitte
Auf einem Band in der Wandmitte
Die erste der beiden Querungen
Die erste der beiden Querungen
Die zweite anspruchsvolle Querung
Die zweite anspruchsvolle Querung
Der Wischberg, flankiert vom Grande Nabois, aufgenommen aus dem obersten Wandteil
Der Wischberg, flankiert vom Grande Nabois, aufgenommen aus dem obersten Wandteil
Vom Gipfel aus der Blick hinüber zum Cacciatore
Vom Gipfel aus der Blick hinüber zum Cacciatore
Abstieg über den Leiterweg (Scala Pipan)
Abstieg über den Leiterweg (Scala Pipan)
Blick von der Pecolalm zum Kanin (rechts) und dem Prestreljenik (links)
Blick von der Pecolalm zum Kanin (rechts) und dem Prestreljenik (links)