Picco di Mezzodi 2063m (Rundtour)

~1400-1500 Höhenmeter (schwer)

8.6.2017

Von Tarvis aus wählt man zunächst die Straße Richtung Kranjska Gora bzw. Fusine, zweigt aber bereits unmittelbar vor der Bahnunterführung nach rechts ab (Rutte piccolo) und folgt der schmalen Asphaltstraße aufwärts zu dem kleinen Ort. Am Ortsende teilt sich die Straße, um zum Ausgangspunkt des Val Romana zu kommen hält man sich links (Hinweisschild Ortigara) und erreicht so nach wenigen Minuten einen großen Parkplatz (854m).

Jetzt geht es zu Fuß auf einem Forstweg talein nach Süden. Zunächst führt der Weg parallel zum Rio Bianco, später wandert man im breiten und trockenen Flussbett (bei Wasserführung links halten!) bis sich das breite Tal in zwei Gräben gabelt. Der Weiterweg zieht über den dazwischenliegenden steilen Rücken aufwärts bis zu einer Wegkreuzung (~1000m).

Hier wendet man sich nach links (Wegweiser Picco di Mezzodi). Auf der Tafel steht bereits der Hinweis, dass diese Tour nur für "Experten" ratsam ist. Zunächst geht es aber noch gemütlich aufwärts bis man in rund 1200m in freies Gelände gelangt. Nach ergiebigen Regenfällen stürzen mehrere Wasserfälle aus der Karumrahmung talwärts. Der Steig leitet von nun an steil höher bis sich das Gelände in etwa 1600m markant zurücklehnt (Alpe Moritsch). Nun zeichnet sich der Wanderweg nicht mehr so klar ab, die Markierungen sind aber gut zu sehen und führen den Wanderer im linken Karbereich höher Richtung Forc. di Ratece. Jetzt wird der Steig zusehends schwierig. Zunächst steigt man in einer steilen Rinne (im Frühsommer ev. noch mit Schnee gefüllt), teils die Hände zu Hilfe nehmend, aufwärts. Etwa 50 Höhenmeter unter der Scharte quert man aber nach Norden auf einen Rücken und steigt dann wenige Höhenmeter sehr steil ab um gleich darauf auf einen markanten Grat aufzusteigen. Jetzt traversiert man noch eine Rinne und erreicht so die Forc. di Ratece (1850m).
Nun steigt man steil auf die gegenüberliegende Seite ab und folgt dem weiterhin gut markierten Steiglein nach Norden Richtung Picco di Mezzodi. Der Weg dorthin ist aber mit einigen steilen Querungen bzw. Aufschwüngen versehen und verläuft meist knapp unterhalb des Grates. Absolute Trittsicherheit, Schwidelfreiheit und sicheres Bewegen in alpinem Gelände ist in diesem Abschnitt erforderlich. Es gibt keinen "Notabstieg"! Nach mehreren Aufschwüngen quert man schließlich auf die Südseite des Grates und erreicht so eine Wegkreuzung. Nach links hinauf geht es nun steil aber unschwierig auf den Gipfel.

Für den Abstieg steigt man zunächst bis zur Wegkreuzung knapp unter dem Gipfel ab und nimmt hier den Weg Nr. 515. Dieser führt zunächst durch steiles Gelände, ist aber an der schwierigsten Stelle mit einem Seil versichert. In weiterer Folge leitet der Wanderweg unschwierig bis zum Sella Coltrotondo (1400m). Hier wendet man sich nach links und folgt dem Steig (Nr. 514) abwärts. Dieser zieht nun durch ein weites Kar unterhalb des Picco di Mezzodi nach Nordwesten bis ein markanter Waldrücken (M. Fontanafredda) erreicht wird (~1345m). Jetzt geht es auf einem alten Fahrweg talwärts, wobei man im unteren Bereich immer wieder eine große neue Forststraße quert. Knapp vor dem Weiler Ortigara inferiore zweigt der markierte Steig nach links (Westen) ab und führt über eine schöne Wiese zum oberen Teil des Ortes. Die letzten Meter legt der Wanderer auf der aspahltierten Straße zum Ausgangspunkt zurück.

 

Diese Rundtour ist lange, erfordert sehr gute Kondition, absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sowie sicheres Verhalten in alpinem Gelände. Wer sich aber an die Tour wagt, wird mit einem herrlichen alpinen Steig in absoluter Einsamkeit in traumhafter Umgebung belohnt. Erst bei der Wegkreuzung unterhalb des Gipfels trifft man wieder auf andere Wanderer. Diese wählen für den Gipfelsieg den weitestgehend unschwierigen Aufstieg von den Weißenfelser Seen. Selbst im Hochsommer liegt das Val Romana in der Früh lange Zeit im Schatten, wodurch diese Wanderung auch bei hohen Temperaturen durchaus zu empfehlen ist. Der einzige negative Punkt bei dieser Rundtour ist der relativ weite Rückweg über Ortigara zurück zum Val Romana.

Im Val Romana (Bildmitte M. Bucher)
Im Val Romana (Bildmitte M. Bucher)
Mehrere Wasserfälle stürzen nach Regenfällen ins baumfreie Kar
Mehrere Wasserfälle stürzen nach Regenfällen ins baumfreie Kar
Am Grat knapp unterhalb der Forc. di Ratece, im Hintergrund die Alpe Moritsch und der M. Bucher
Am Grat knapp unterhalb der Forc. di Ratece, im Hintergrund die Alpe Moritsch und der M. Bucher
Das Ziel von der Forc. di Ratece aus gesehen. Der Weg dorthin ist steil und anspruchsvoll
Das Ziel von der Forc. di Ratece aus gesehen. Der Weg dorthin ist steil und anspruchsvoll
Vom Gipfel aus zeigt sich der Mangart mit frischem Schneeüberzug
Vom Gipfel aus zeigt sich der Mangart mit frischem Schneeüberzug
Im Norden zeigt sich der Dobratsch, rechts im Bild sind auch die Weißenfelser Seen zu erkennen
Im Norden zeigt sich der Dobratsch, rechts im Bild sind auch die Weißenfelser Seen zu erkennen
Rückblick zur Schlüsselstelle beim Abstieg
Rückblick zur Schlüsselstelle beim Abstieg
Der weite Weg zurück, der Waldrücken rechst der Bildmitte muss noch überschritten werden
Der weite Weg zurück, der Waldrücken rechst der Bildmitte muss noch überschritten werden