Grintovec 2558m, Steiner Alpen

~1500-1700 Höhenmeter (schwer)

1.7.2011

Von Österreich aus geht es mit dem Auto über Bad Eisenkappel und den Seebergsattel nach Slowenien. Knapp unter dem Sattel kommt man zur Kirche Sveti Andrej. Hier links weg auf einer kleinen Asphaltstraße zum Plansarsk jezero und von dort weiter ins Ravenska Kocna bis zu den Talstationen der Materialseilbahnen zur Kranjska und Cseka koca (Parkplatz).

Unmittelbar hinter der Materialseilbahn zur Cseka koca führt ein Steig zunächst leicht bergauf und dann steil nach Westen aufwärts. In etwa 1380m gelangt man zu einer Weggabel und folgt dem Hinweisschild Ceska Koca. Im weiteren Verlauf folgt der Steig in nur mehr leichter Steigung dem Höhenverlauf nach Süden bis zur Hütte. Hier hält sich der Wanderer rechts und steigt durch ein weites Kar (Wegweiser Grintovec) höher. In etwa 1800m erreicht man auf der Karschwelle eine weitere Weggabel. Wer eine Rundtour gehen möchte hält sich hier rechts und folgt dem Weg Nr. 1 aufwärts Richtung Kocna. Zunächst handelt es sich um einen einfachen Wandersteig, welcher durch Schuttfelder aufwärts zieht. In rund 2000m Höhe erfolgt der Übergang in den Felsen. Jetzt geht es teils mit Stahlstifen oder Stahlseilen gesichter vorerst nach Nordwesten (talaus) aufwärts. Der Steig führt durch steiles felsiges Gelände und ist nur für schwindelfreie und trittsichere Personen mit Bergerfahrung zu empfehlen. Schließlich quert man nach einer kurzen Bergabpassage wieder nach Süden und steigt so bis auf eine Nase knapp unterhalb der Kocna auf. Hier hält sich der Bergsteiger links und folgt den Markierungen ausgesetzt bergab in die Dolskra skrbina (2317m), wobei der Steig etwas unterhalb der Scharte auf der Südseite nach Osten quert. Nun kommt ein weiterer teils steiler Anstieg hinauf Richtung Grintovec. Die schwierigsten Passagen sind neuerlich mit Stiften oder Stahlseilen gesichert. So gelangt man in die Nordseite des Gipfelaufbaus und folgt hier dem steilen Steig teils mühsam durch Schuttfelder und einzelne Felsbänder nach Süden bis zum Gipfel.

 

Für den Abstieg wählt man den kurzen bzw. direkten Weg hinunter Richtung Cseka koca. Vom Gipfel geht es zunächst im Sinne der Aufstiegsroute zurück nach Norden. Schon nach wenigen Minuten zweigt aber ein Steig nach rechts (Osten) ab (Wegweiser Mlinarsko sedlo), welcher teils versichert im Bereich des Gratverlaufs Richtung Skuta führt. Am Sattel angelangt geht es nach links hinunter zurück Richtung Ceska koca. Der Steig nutzt in der steilen Felswand alle Bänder geschickt aus, wobei die steilsten Passagen mit Stahlseilen gesichtert sind. In mehereren Querungen steigt man so abwärts, bis man in etwa 2000m den Oberrand eines Kares erreicht. Bis weit in den Sommer hinein halten sich im Schatten der Felswand Schneefelder. Durch das Kar geht es abwärts bis zu einer Karschwelle, wo man wieder zur Aufstiegsroute gelangt und über diese vorbei an der Ceska koca zurück zum Auto wandert.

Die hier beschriebene Abstiegsroute kann natürlich auch als etwas leichtere und direkte Aufstiegsvariante verwendet werden.

 

Die Steiner Alpen sind ein wilder Gebirgszug an der Südgrenze Kärntens zu Slowenien. Aufgrund der Nähe zu Laibach sind die Gipfel gut besucht.

Der Grintovec stellt von Norden her ein lange und schwierige Tour dar. Die Durchsteigung der Nordwände erfordert auf beiden Routen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Für die hier beschriebe Aufstiegsvariante ist auch Sicherheit im Fels bis zum II. Schwierigkeitsgrad erforderlich. Die Steige sind an den schwierigsten Stellen mit Stahlseilen gesichert, die Mitnahme eines Klettersteigsets ist aber nicht empfehlenswert. Die versichteren Passagen sind nur kurz und die Stahlseile sind alle 2m am Felsen befestigt, was ein ständiges Aus- und Einklinken erfordern würde. Ein Steinschlaghelm ist bei starker Frequentierung zu empfehlen.

Die Steiner Alpen sind im Winter meist sehr schneereich. In und unter den Nordwänden des Grintovec halten sich bis weit ins Jahr hinein Schneefelder. Aus diesem Grund ist eine Besteigung des Grintovec von Norden aus vor Anfang Juli ohne die Mitnahme von Steigeisen nicht zu empfehlen.

Vom höchsten Punkt aus hat mein einen herrlichen Ausblick nach Süden.

Aufstieg zur Ceska Koca
Aufstieg zur Ceska Koca
Die Ceska koca, Blick nach Osten
Die Ceska koca, Blick nach Osten
Aufstieg im Kar
Aufstieg im Kar
Der Übergang in den felsigen Bereich
Der Übergang in den felsigen Bereich
Kurze mit Drahtseilen gesichtere Passage
Kurze mit Drahtseilen gesichtere Passage
Die eindrucksvolle Nordwand; der Abstieg endet in der Bildmitte unten, wo das Schneefeld in einer schmalen Rinne aufwärts zieht
Die eindrucksvolle Nordwand; der Abstieg endet in der Bildmitte unten, wo das Schneefeld in einer schmalen Rinne aufwärts zieht
Kurze Pause mit Blick auf die Karawanken
Kurze Pause mit Blick auf die Karawanken
Der Gratverlauf hinunter in die Dolskra skrbina,  sowie den Grintovec
Der Gratverlauf hinunter in die Dolskra skrbina, sowie den Grintovec
Felskanzel beim Weg hinauf zum Grintovec, Blick zurück auf den Gratverlauf und die Kocna (links). Im Hintergrund die Koschuta
Felskanzel beim Weg hinauf zum Grintovec, Blick zurück auf den Gratverlauf und die Kocna (links). Im Hintergrund die Koschuta
Die letzten Meter zum Gipfel
Die letzten Meter zum Gipfel
Blick zur Skuta, in deren Nordflanke noch ein kleiner Gletscher liegt
Blick zur Skuta, in deren Nordflanke noch ein kleiner Gletscher liegt
Vom Mlinarsko sedlo der Tiefblick über die Abstiegsroute hinunter ins Kar
Vom Mlinarsko sedlo der Tiefblick über die Abstiegsroute hinunter ins Kar
Auf steilen teils mit Seilen versichteren Bändern geht es abwärts
Auf steilen teils mit Seilen versichteren Bändern geht es abwärts
Kurz vorm Schuttfeld muss noch ein steiles Schneefeld gequert werden
Kurz vorm Schuttfeld muss noch ein steiles Schneefeld gequert werden
Auf den Schneefeldern geht es rasch zurück Richtung Tal
Auf den Schneefeldern geht es rasch zurück Richtung Tal