Plöckenpass- Kleiner Pal- Freikofel- Großer Pal- Promos- Zollnerssehütte

~1800 Höhenmter (inkl. der Gipfeln; schwer)

25. und 26.7.2013

Mit dem Auto geht es von Kötschach-Mauthen auf den Plöckenpass (1360m, Parkplatz).

Auf der österreichischen Seite des Passes folgt man wenige Meter der Straße entlang der Lawinengalerie abwärts und steigt dann auf einem markierten Steig nach rechts (Nordosten) weg höher. Schon nach wenigen Metern führt ein Steig links weiter zum Fuße der sogenannten MG-Nase, der einstigen Passsperre im 1. Weltkrieg. Wer möchte, kann vorbei an einer Vielzahl von Stellungen über den historischen Rundweg zur Rundumstellung in etwa 1480m steigen. Schneller ist der Wanderer, wenn er sich bei oben genannter Abzweigung gleich rechts hält und so direkt zur Rundumstellung aufsteigt. Von dieser führt der Wanderweg durch die teils steile Westflanke des Kleinen Pal höher, bis in etwa 1780m die Kante des breiten Gipfelplateaus beginnt. Von hier weg finden sich zahlreiche Rundwege durch die Stellungsanlagen des 1. Weltkrieges. Um den Gipfel zu erreichen hält man sich - den Hauptmarkierungen folgend - links (Osten) und gelangt so über die Riegelstellung zum Gipfelaufbau. Entweder besteigt man diesen von Westen über einen kurzen versicherten Kamin (A/B) oder durch einen Verbindungsstollen und dann von Norden her über die Villa Tropfstein (eine rekonstruierte Baracke aus dem 1. Weltkrieg).

Vom höchsten Punkt aus überblickt der Wanderer die enorme Vielzahl an Laufgräben und Stellungen, welche im Laufe von etwas mehr als zwei Jahren hier im 1. Weltkrieg ins Gipfelplateau gegraben und gesprengt wurden. Im Rahmen des Projektes Friedenswege wurde in den letzten Jahrzehnten unzählige Laufgräben und Kavernen rekonstruiert und im Rahmen eines kostenlosen Freilichtmuseums zugänglich gemacht. Der Blick über den Plöckenpass nach Westen zum Cellon und dem Collin ist bekannt von zahlreichen Fotos.

Für den Weiterweg zum Freikofel überschreitet man die ehemaligen Stellungen und steigt durch Karstformationen auf einem markierten Weg nach Osten ab. Schon nach wenigen Minuten zweigt der Steig 401 nach Süden ab, welche zurück zum Plöckenpass führt. Hier geht der Wanderer aber gerade aus und folgt auf dem schön markierten Steig dem Grenzverlauf bis in einen Sattel (~1630m). Jetzt folgt man den Wegweisern Freikofel aufwärts, wobei kurz unter dem Gipfel ein paar Stahlseile eine felsige Stelle entschärfen.

Vom Gipfel aus, auf welchem sich ebenfalls zahlreiche zum Teil rekonstruierte Stellungen aus dem 1. Weltkrieg befinden, hat man einen wunderbaren Ausblick zurück zum Kleinen Pal sowie zum nahen Piz Timau.

 

Um zum Großen Pal zu gelangen folgt man einem markierten Steig (in zahlreichen Karten nicht eingetragen) nach Osten hinunter zum Rossbodentörl (1620m). Hier wechselt der Wanderer auf die Südseite und erreicht nach kurzem Auf und Ab die Casera Palgrande di sotto (1536m). Von hier weg steigt der breite Kriegssteig zunächst in leichter Steigung und dann über einige Kehren hinauf zur Casera Palgrande di sopra (1705m). Die letzten knapp 100 Höhenmeter hinauf zum Gipfel des Großen Pal legt man auf Steigresten aus dem 1. Weltkrieg zurück.

Am Gipfel befinden sich ebenfalls ein paar alte Laufgräben, diese sind aber nicht rekonstruiert. Der Ausblick zu den umliegenden Bergen ist wunderschön und aufgrund der etwas abgeschiedenen Lage wird dieser Gipfel auch nur selten besucht. Besonders eindrucksvoll ist die Westwand des nahen Piz Timau.

 

Vom Gipfel des Großen Pal steigt man zunächst auf Steigspuren zum Tischlwanger Törl (1760m) ab, wo man wenige Meter unterhalb (südlich) des Törls wieder auf den italienischen Weiterwanderweg 401 (Traversata Carnica) trifft. Zunächst geht es durch Blockwerk höher, dann leitet der Steig über steile Almflächen bis zu einer Weggabelung knapp unter dem Kamm. Nach rechts (Süden) geht es zum Piz Timau, nach links (Nordosten) erreicht man nach wenigen anstrengenden Minuten einen breiten Sattel (~2060m). Von diesem führt ein unmarkiertes Steiglein nach links (Norden) zum Gipfel des Blaustein (2193m).

 

Vom Blaustein (Promos) hat man einen herrlichen Ausblick nach Osten und Süden, welcher bei guter Sicht bis zu den Julischen Alpen im Osten und zum Meer im Süden reicht. Aber auch die bisher überschrittenen Gipfel lassen sich von hier oben wunderbar überblicken.

 

Der Abstieg erfolgt zunächst zurück zum breiten Sattel (~2060m) und dann wieder auf markiertem Steig nach Südosten hinunter zum herrlichen Promos See (Casera Pramos Alat, 1940m). Hier stößt man auf einen betonierten Fahrweg, auf welchem es rasch talwärts bis zur Casera delle Manze (1820m) geht. Nur wenige Meter nach der Alm führt ein Steiglein zum Kronhof Törl (1785m). Am Törl angelangt wandert man bis zu dessen Ostseite, wo der Bergsteiger wieder auf einen markierten Steig trifft, welcher nach links (Nordwesten) auf die österreichische Seite hinunter zieht. Nach einem Abstieg von etwa 70 Höhenmetern  trifft man auf den Karnischen Höhenweg, welchem der Wanderer nun nach rechts (Osten) folgt. Der Weitwanderweg zieht nun unter leichtem Höhenverlust in einem weiten Bogen talaus nach Norden und dann wieder nach Osten, wo man auf den Forstweg zur Oberen Bischofalm gelangt. Jetzt gilt es am Forstweg einen Gegenanstieg von etwas mehr als 100 Höhenmeter zu bewältigen, ehe der Almweg unter leichtem Höhenverlust zur idyllisch gelegenen Oberen Bischofalm (1573m) führt. Bei der Alm angelangt gilt es den letzten knapp 200 Höhenmeter langen Anstieg nach Südosten hinauf zur Zollnerseehütte (1741m) zurückzulegen. Schließlich erreicht man in etwa 1765m die sanften Almwiesen rund um die Schutzhütte und folgt dem leicht abwärts führenden Steig nach Norden zur Hütte.

 

Die Zollnerseehütte liegt entgegen ihrem Namen nicht direkt neben dem See, sondern einige Minuten westlich davon. Mit knapp 30 Lagerplätzen zählt sie eher zu den kleinen Hütten.

Erste Stellungen aus dem 1. Weltkrieg am Rand vom Gipfelplateau des Kleinen Pal, im Hintergrund der Cellon (Bildmitte) und der Mosskofel (rechts)
Erste Stellungen aus dem 1. Weltkrieg am Rand vom Gipfelplateau des Kleinen Pal, im Hintergrund der Cellon (Bildmitte) und der Mosskofel (rechts)
Eine Lilie blüht am Wegesrand
Eine Lilie blüht am Wegesrand
Blick über die sogenannte Riegelstellung nach Westen zum Collin
Blick über die sogenannte Riegelstellung nach Westen zum Collin

Ein paar weitere Bilder vom Kleinern Pal gibt es hier: Kleiner Pal

 

Der Blick nach Osten zum markanten Piz Timau, links davon deutlich kleiner der Promos und knapp rechts der Bildmitte Freikofel und Großer Pal
Der Blick nach Osten zum markanten Piz Timau, links davon deutlich kleiner der Promos und knapp rechts der Bildmitte Freikofel und Großer Pal
Am Gipfel des Freikofels mit dem Blick nach Norden (rechts der Polinik)
Am Gipfel des Freikofels mit dem Blick nach Norden (rechts der Polinik)
Rückblick zum Kleinen Pal, im Hintergrund Cellon und Collin
Rückblick zum Kleinen Pal, im Hintergrund Cellon und Collin
Blick über das Rossbodentörl zum Großen Pal (unmittelbar vor dem Promos), rechts dominierend der Piz Timau
Blick über das Rossbodentörl zum Großen Pal (unmittelbar vor dem Promos), rechts dominierend der Piz Timau
Knapp nach dem Rossbodentörl
Knapp nach dem Rossbodentörl
Aufstieg Richtung Casera Palgrande di sopra, rechts wieder der markante Piz Timau
Aufstieg Richtung Casera Palgrande di sopra, rechts wieder der markante Piz Timau
Auf dem alten Kriegssteig geht es zwischen Resten von Unterkünften aus dem 1. Weltkrieg höher
Auf dem alten Kriegssteig geht es zwischen Resten von Unterkünften aus dem 1. Weltkrieg höher
Die Alm
Die Alm
Die letzten Meter zum Gipfel, links (klein) Promos, rechts Piz Timau
Die letzten Meter zum Gipfel, links (klein) Promos, rechts Piz Timau
Knapp nach dem Tischlwanger Törl mit Blick zum Promos
Knapp nach dem Tischlwanger Törl mit Blick zum Promos
Im unteren Bildrand ist der Karnische Höhenweg hin zur Oberen Bischof Alm erkennbar, hoch drüber der Hohe Trieb
Im unteren Bildrand ist der Karnische Höhenweg hin zur Oberen Bischof Alm erkennbar, hoch drüber der Hohe Trieb
Der Reißkofel
Der Reißkofel
Abendstimmung bei der Zollnerseehütte
Abendstimmung bei der Zollnerseehütte