Marmolada, Punta Penia 3343m

~1300- 1600 Höhenmeter (schwer)

3.- 4.7.2011

 

Über zahlreiche Dolomitenpässe geht es auf den Passo di Fedaia (2057m) und dort bis zur Talstation des Liftes (Parkplatz) hinauf zum Rifugio Pian dei Fiacconi (2628m).

Nun geht es entweder gemütlich mit dem Stehlift (Bergfahrt € 4,5; Stand Juli 2011) oder anstrengender zu Fuß hinauf zur Schutzhütte. Der Steig führt zunächst kurz durch den Wald und dann in mehreren Stufen hinauf auf den Col de Bous (2438m). Von dort zieht der Steig über flache Felsen und Schuttfelder bis zum Rifugio Pian dei Fiacconi (2628m).

In weiterer Folge wird der Weg über den Westgrat als Aufstiegsvariante und der "Normalweg" als Abstiegsroute beschrieben.

Wer nicht in der Schützhütte nächtigt und die Marmolada als Tagestour absoliviert, quert schon einige Höhenmeter unter der Hütte nach rechts (Westen). Sonst wandert man von der Hütte durch das Gletschervorfeld in leichtem Bergab nach Westen. Schließlich erreicht man in knapp über 2400m den tiefsten Punkt und folgt dann dem Steig nach Süden hin aufwärts in ein mit Eisresten und Schneefeldern gefülltes Kar Richtung Forcella della Marmolada (2896m). Von einer markanten Karschwelle weg geht es über Schnee bzw. später im Sommer auch über Eisreste aufwärts zu einer Rinne. Je nach Schneelage steigt man entweder in der Schneerinne auf oder klettert über den stellenweise mit Stahlseilen gesichteren Fels in die Scharte.

In der Forcella della Marmolada (2896m) beginnt der eigentliche Westgrat-Klettersteig. Dieser verläuft bei geringer Schwierigkeit (max. B) meist in Gratnähe, wobei der Großteil des Steiges auf der nicht allzu steilen Nordseite aufwärts zieht. Beinahe der gesamte Steig ist mit einem Stahlseil versichert und an den schwierigsten Passagen sind Trittstifte und Stahlbügel angebracht. Auf Querungen folgen immer wieder Stahlbügelleitern, welche über Platten aufwärts führen. Im letzten Teil folgt der Klettersteig dem Gartverlauf und endet in einer kleinen Scharte nur rund 50 Höhenmeter unter der Punta Penia im Gipfelfirnfeld. Über dieses erreicht man schließlich den höchsten Punkt. Kurios: Unmittelbar im breiten Gipfelbereich findet sich eine kleine Schutzhütte, die Capanna Punta Penia.

Für den Abstieg wendet man sich nach Norden und steigt am rechten (östlichen) Rand des Firnfeldes abwärts bis sich der zunächst breite Rücken zu einem schmalen Grat verjüngt. Hier gelangt man zu einem vom Marmoladagletscher (Osten, rechts) heraufkommenden Klettersteig (max. B). Über diesen geht es hinunter auf den Gletscher und auf diesem dann in einem weiten Linksbogen zurück Richtung Rifugio Pian dei Fiacconi. Aufgrund der zahlreichen Bergsteiger gleicht der Weg über den Gletscher einem Trampelpfad. Im Bereich einer Steilstufe sind aber je nach Ausaperungsgrad einzelne mächtige Spalten zu erkennen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich am Gletscher angeseilt zu gehen. Die letzten Meter zur Schutzhütte legt man im Gletschervorfeld zurück. Der Rückweg zum Pass wird im Sinne der Aufstiegsroute oder mit dem Lift zurückgelegt.

 

Die Marmolada ist der höchste Gebirgsstock der Dolomiten und auch der Gletscher ist der größte der Dolomiten. Vom Gipfel aus hat man einen traumhaften Ausblick in alle Himmelsrichtungen.

Die zahlreichen Lifte und Seilbahnen im Bereich der Marmolada führen zu sehr starkem Bergtourismus. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, eine Besteigung dieses sehr schönen Gipfels unter der Woche durchzuführen.

Der Aufstieg über den Westgrat ist zwar länger, dafür aber nicht so stark frequentiert und landschaftlich wunderschön. Egal welche Route man wählt, Helm, Klettersteigset, Steigeisen, Pickel und ein Seil sollten nicht fehlen. Erfahrung im Umgang mit Steil und Pickel ist demnach empfehlenswert, wenngleich viele Bergsteiger den Marmoladagletscher auch ohne Seilsicherung begehen. Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass man sich im Hochgebirge befindet und dementsprechend ist auch die Kleidung zu wählen.

 

Video powered by Roland Jöbstl! Danke für die Mühen!

Abmarsch; etwas verwunderlich die Hinweistafel: Privatbesitz. Wir starten erst um 17h und der Lift ist bereits außer Betrieb
Abmarsch; etwas verwunderlich die Hinweistafel: Privatbesitz. Wir starten erst um 17h und der Lift ist bereits außer Betrieb
Blumen begleiten uns am Weg, im Hintergrund der Stausee (Lago Fedaia)
Blumen begleiten uns am Weg, im Hintergrund der Stausee (Lago Fedaia)
Am Col de Bous der Blick aufwärts zur Schutzhütte und zum Gletscher
Am Col de Bous der Blick aufwärts zur Schutzhütte und zum Gletscher
Die Hütte mit der Punta Penia (rechts der Liftseile)
Die Hütte mit der Punta Penia (rechts der Liftseile)
Gletschertrockentraining in der Hütte. Es ist Sonntagabend und wir sind die einzigen Gäste; am Vorabend war sie restlich ausgebucht.
Gletschertrockentraining in der Hütte. Es ist Sonntagabend und wir sind die einzigen Gäste; am Vorabend war sie restlich ausgebucht.
Am nächsten Morgen der Sellstock (rechts) und der Langkofel (links)
Am nächsten Morgen der Sellstock (rechts) und der Langkofel (links)
Absteigende Querung von der Hütte nach Westen
Absteigende Querung von der Hütte nach Westen
Am Gletscherrest geht es höher hin zur Forcella della Moarmoalda
Am Gletscherrest geht es höher hin zur Forcella della Moarmoalda
Rinne zur Scharte
Rinne zur Scharte
Eine der zahlreichen Querungen im Klettersteig
Eine der zahlreichen Querungen im Klettersteig
Stahlbügelleiter
Stahlbügelleiter
Schattenrückblick
Schattenrückblick
Gratverlauf im oberen Teil
Gratverlauf im oberen Teil
Firnfeld zum Gipfel hin, wir haben das Seil mit und seilen uns deshalb auch hier an
Firnfeld zum Gipfel hin, wir haben das Seil mit und seilen uns deshalb auch hier an
Traumhafte Aussicht zu den unzähligen Dolomitengipfeln
Traumhafte Aussicht zu den unzähligen Dolomitengipfeln
Die Gipfelhütte
Die Gipfelhütte
Der Blick hinunter zum Marmoladagletscher, links im Bild das Rifugio Pian dei Fiacconi
Der Blick hinunter zum Marmoladagletscher, links im Bild das Rifugio Pian dei Fiacconi
Abtsieg am "Gletschertrampelpfad"
Abtsieg am "Gletschertrampelpfad"
Rückblick über den Gletscher hinweg zum Gipfel (rechts der markanten Scharte)
Rückblick über den Gletscher hinweg zum Gipfel (rechts der markanten Scharte)
Abstieg zurück zum Pass, die Punta Penia ständig im Rücken
Abstieg zurück zum Pass, die Punta Penia ständig im Rücken