Gletscherdickenmessung am Eiskargletscher 1.7.2010

1.7.2010

Seit Jahren träumte der offizielle Eiskarvermesser von einer Gletscherdickenmessung auf „seinem“ Gletscher. Anfang Juli 2010 sollte sich schließlich dieser Traum erfüllen. Nach monatelanger organisatorischer Vorarbeit war es so weit und am 1.7.2010 standen 7 motivierte Bergsteiger im Eiskar um der Gletscherdicke im wahrsten Sinn des Wortes auf den Grund zu gehen.

Einen ganzen Tag lang wurde mit einem Bodenradar das Eiskar durchquert um in den einzelnen Gletscherabschnitten die Eisdicke zu eruieren. Insgesamt wurden 3 Profile über den gesamten Gletscher verteilt gezogen. Im Bereich der Gletscherzunge gibt es leider noch keine Abschätzungen über die Eistiefe, da die Messwerte markant von der enormen Altschnee- und Firndecke (teils über 10m) beeinflusst werden. Erste grobe Abschätzungen für die höher gelegenen Gletscherteile lassen auf eine Eismächtigkeit von rund 40m schließen. Die Werte genauer auszuwerten ist nun die Arbeit der nächsten Monate.

Neben der Messung mit dem Bodenradar wurde im Bereich des östlichen Gletscherlappens auf der Moräne in 2212m eine meteorologische Messstation aufgebaut. Hierfür wurde eine rund 5m hohe Edelstahlkonstruktion errichtet und in der Moräne verankert. Die größte Herausforderung in diesem Zusammenhang war die Konstruktion des Edelstahlgerüsts und dann vor Ort deren Aufbau auf der Moräne. Zumindest für 1 Jahr sollen nun Messdaten über Temperatur, Druck, Feuchte, Windgeschwindigkeit und Windrichtung gesammelt werden.

 

Abseits der Zusatzmessungen wurden natürlich auch wieder die klassischen Beobachtungen zum Grad der Schneebedeckung sowie des Schneerückgangs im Laufe des Juni durchgeführt. In diesem Zusammenhang zeigte sich ein zufriedenstellendes Ergebnis: Bis auf wenige kleine schuttbedeckte Bereiche ist der gesamte Gletscher noch mit Schnee bedeckt. Über weite Flächen entspricht die aktuelle Schneelage etwa jener des Vergleichszeitraums des Vorjahres.

Im Laufe des Juni 2010 hat die Schneemächtigkeit entsprechend der letzten Jahre zwischen 2 und etwa 3,5m abgenommen. Für die kommenden beiden Sommermonate ist eine ähnlich starke Abnahme der Schneedicke zu erwarten, sodass zum Sommerende hin mit einer Ausaperung der Firnrücklagen des vergangenen Jahres zu rechnen sein wird.

 

Im Namen der Eiskarvermesser ein ganz großes Danke an Daniel Binder von der ZAMG, welcher die Durchführung der Gletscherdickenmessung geleitet und ermöglicht hat. Des Weiteren ein herzliches Danke an das IMG Wien für die Bereitstellung der meteorologischen Messinstrumente. Dank gebührt natürlich auch Herrn Hermann Stöckl und Herrn Erwin Hohenwarter, welche für die Konstruktion der Wetterstation verantwortlich gezeichnet haben. Schließlich gilt es, sich bei vielen weiteren Helfern zu bedanken, die zu einem reibungslosen Ablauf dieser groß angelegten Messaktion im Eiskar beigetragen haben. Last but not least ist Teddy Inthal hervorzuheben, ohne dessen Organisationstalent die Gletscherdickenmessung im Eiskar nicht durchführbar gewesen wäre. Danke Teddy!

Aufbau der Apparatur und Probemessungen
Aufbau der Apparatur und Probemessungen
Der Experte in Bezug auf Gletscherdickenmessung
Der Experte in Bezug auf Gletscherdickenmessung
Das Bodenradar muss über den gesamten Gletscher getragen werden
Das Bodenradar muss über den gesamten Gletscher getragen werden
Gleichzeitig wird die meteorologische Station errichtet
Gleichzeitig wird die meteorologische Station errichtet
Die fertige Station auf der Moräne (links im Bild)
Die fertige Station auf der Moräne (links im Bild)
Das Messteam nach Vollendung der Arbeit
Das Messteam nach Vollendung der Arbeit

Anbei noch die obligatorischen Vergleichsfotos:

Der höchstegelegene Abschnitt des Gletschers (ganz klein sind die Eisdickenmesser knapp links der Bildmitte zu erkennen)
Der höchstegelegene Abschnitt des Gletschers (ganz klein sind die Eisdickenmesser knapp links der Bildmitte zu erkennen)
Der extrem schneereiche Eisscheitel
Der extrem schneereiche Eisscheitel
Die komplett mit Schnee aufgefüllte Gletscherzunge
Die komplett mit Schnee aufgefüllte Gletscherzunge