Das Eiskar

Begehung am 30.5.2009

Der Winter 2008/09; ein Winter wie es ihn besonders im Oberen Gailtal seit Jahren wenn nicht sogar Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat, lässt auch für das Eiskar einen Traumwinter erhoffen.

Der Oktober beginnt durchwegs mild, Ende des Monats sorgt aber ein Mittelmeertief für die ersten ergiebigen Schneefälle am Gletscher. Nach einem milden und teils feuchten Novemberbeginn (Regen), setzt Ende November extrem ergiebiger Schneefall ein, der scheinbar nicht mehr enden möchte. Anfang Dezember liegen am Berg für diese Jahreszeit selten gesehene Schneemengen. Auch der Jänner verläuft überdurchschnittlich feucht und bringt einzelne kräftige Schneefallereignisse. Im Feber schneit es zu Monatsanfang sehr ergiebig, danach bleibt er Monat durchwegs trocken. Im März kommt es wiederum zu Monatsanfang aber auch zu dessen Ende zu ergiebigen Schneefällen. In Summe fallen im Eiskar zwischen Ende Oktober und Ende März über 10m Neuschnee. Der April verläuft dann extrem mild, bringt aber zu Monatsende nochmals etwas Neuschnee. Die Gesamtschneehöhe nimmt bereits wieder leicht ab. Im Mai liegen die Temperaturen -wie in so vielen vorangegangen Jahren- weit über dem Durchschnitt und sorgen für eine extrem starke Schneeschnmelze. Alleine in diesem Monat nimmt die Schneehöhe um mindestens 3m ab!

In Summe sorgt der Winter 2008/09 für extrem viel Schnee, welcher dank dem Ausbleiben von Nordwinden auch nicht aus dem Kar verfrachtet wird.

Ein Überblick, das Eiskar von Osten aus aufgenommen
Ein Überblick, das Eiskar von Osten aus aufgenommen

Bei der Begehung am 30.5.2009 hinterlässt das Eiskar einen überaus positiven Eindruck. Zwar hat der Mai viel der weißen Pracht geschmolzen, aber die Schneehöhen sind für Ende Mai noch immer beachtlich!

Weite Teile des Gletschers liegen unter einer rund 3-5m mächtigen Schneedecke. Die 2,9m hohe Pegelstange in 2260m ist nicht zu sehen. An manchen Stellen -wie am Eisscheitel oder auch in der Zunge- dürfte die Schneemächtigkeit örtlich jenseits der 10m liegen. Gerade diese beiden Regionen hinterlassen optisch einen sensationellen Eindruck. Wo im Sommer mehrere Meter hohe Rücken ein Vorwärtskommen sehr mühsam machen, erstreckt sich aktuell ein breiter weißer Teppich. Am markanten Felsen in der Zunge wird ein ähnliches Niveau wie im sehr schneereichen Winter 2003/04 erreicht.

Auch am Wandfuß hat sich über die Wintermonate eine mehrere Meter mächtige Schneeschicht gebildet. Die aktuelle Schneehöhe liegt im Bereich der Messwerte von Ende Juni 1997! Es ist also davon auszugehen, dass am Wandfuß die Schneehöhe ebenfalls fast 10m beträgt!

Trotz des warmen Frühjahrs liegt also im gesamten Eiskar noch sehr viel Schnee!

Blick von Westen über den Eisscheitel
Blick von Westen über den Eisscheitel
Die mit extrem viel Schnee gefüllte Gletscherzunge (im linken Bildteil der markante Felsen)
Die mit extrem viel Schnee gefüllte Gletscherzunge (im linken Bildteil der markante Felsen)
Der Keil im obersten Gletscherbereich ist breiter als in anderen Jahren
Der Keil im obersten Gletscherbereich ist breiter als in anderen Jahren
Nochmals ein Bild auf den extrem breiten und flachen Eisscheitel sowie die 1850er Moräne
Nochmals ein Bild auf den extrem breiten und flachen Eisscheitel sowie die 1850er Moräne