Das Eiskar

Begehung am 7.8.2010

Unter Begleitung einiger Mitglieder des Naturwissenschftlichen Vereins ging es am 7.8.2010 bei perfektem Wetter hinauf ins Eiskar.

Der Juli hatte mit einer langen Hitzwelle und einer positiven Temperaturabweichung von rund 2,5K in Bezug auf den Schneerückgang Schlimmes erwarten lassen. Die Befürchtungen sind einerseits eingetreten, andererseits war es dann aber doch nicht ganz so arg wie erwartet.

 

Aussehen des Gletschers am 7.8.2010: 

Weite Teile des Gletschers sind noch mit Altschnee bedeckt (in den Tagen vor der Begehung dürfte es sogar etwas Neuschnee gegeben haben), nur an wenigen Stellen (etwa im Zungenvorfeld oder an einzelnen Stellen im östlichen Gletscherlappen) kommt bereits der Firn des Vorjahres (2008/09) zum Vorschein. Die großen schuttbedecken Rücken im östlichen Gletscherteil sind mittlerweile komplett schneefrei.

Beim Eispegel im schuttbedeckten östlichen Gletscherteil sowie am Eisrand bei der Messmarke G06 (letztes Jahr ganzjährig unter Schnee) liegt im August 2010 kein Schnee mehr. An der Pegelstange betrug der Einsinkbetrag des Eises im Juli 25cm, die anderen beiden Eispegel am Eisscheitel sowie beim Zungenansatz liegen noch unter einer Schneedecke.

 

Im Bereich der Gletscherzunge nahm die Schneehöhe im Laufe des Juli um über 4m ab. Noch liegt hier aber etwa 1m Altschnee über der mächtigen Firnschicht des Vorjahres.

Am Wandfuß finden sich ähnliche Schneehöhenänderung, womit aktuell am höchsten Punkt des Gletschers um rund 2,5m weniger Schnee liegt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Viel Schnee liegt noch im Bereich des Eisscheitels, hier entspricht die Schneelage im August 2010 fast jener des Vorjahres.

 

Im Großen und Ganzen macht der Gletscher im August 2010 einen guten Eindruck. Aufgrund der massiven Firnrücklagen des Vorjahres ist auch im Haushaltsjahr 2010 mit keinem nennenswerten Rückgang zu rechnen, wenngleich die schneefreien Gletscherteile im restlichen Sommer noch einige Zentimeter einsinken dürften.

 

Die im Juli 2010 installierte Wetterstation konnte leider aufgrund von EDV- Problemen noch immer nicht in Betrieb genommen werden. Dies soll aber spätestens im Rahmen der Gletschermessung Anfang September erfolgen.

Blick von der Grünen Nase ins Eiskar
Blick von der Grünen Nase ins Eiskar
Pegelservice, 25cm Einsinkbetrag im Juli 2010
Pegelservice, 25cm Einsinkbetrag im Juli 2010
In der Zunge bei der Anbringung der Schneemarke
In der Zunge bei der Anbringung der Schneemarke
Blick zum Wandfuß, leider kommt hier stellenweise bereits der Firn zum Vorschein
Blick zum Wandfuß, leider kommt hier stellenweise bereits der Firn zum Vorschein