Das Eiskar

Begehung am 8.7.2018

Etwas mehr als einen Monat nach der ersten Begehung im Jahr 2018 waren wir wieder am südlichsten Gletscher Österreichs unterwegs.

Der Juni war in den Südalpen um rund 1,5°C wärmer als das Mittel 1981-2010. Im Gailtal war dieser erste Sommermonat aber deutlich zu trocken. Für das Eiskar ist diese Tatsache nicht unbedingt schlecht. Denn Regen bei hohen Temperaturen führt zu rascher Schneeschmelze und nennenswerte Schneefälle im Sommer treten in den Karnischen Alpen ohnehin ausgesprochen selten auf.

Die letzten Jahre haben bereits gezeigt, dass der Juni aufgrund der langen Tageslänge und den oftmals schon hochsommerlichen Temperaturen neben dem Juli zum stärksten Schmelzmonat zählt. Im Mittel nimmt die Schneehöhe in diesem Monat um rund 2,5 bis 3m ab.

Der Blick vom Osten ins Eiskar
Der Blick vom Osten ins Eiskar

Anfang Juli gab es dann einige Tage, welche reichlich Bewölkung brachten. Das Fehlen von direkter Sonneneinstrahlung hemmt die Schneeschmelze deutlich. Dies konnten wir am 8.7.2018 bei unserer Begehung bei ausgedehnter Bewölkung deutlich sehen.

Grundsätzlich wollten wir die Schneehöhenmessungen vom 3.6.2018 verifizieren und im östlichen Gletscherteil sowie entlang des Wandfußes gelang uns dies auch ganz gut. Hier hat die Schneehöhe um rund 2,5 bis 3m abgenommen. Am Eisscheitel sowie in der Gletscherzunge kamen wir mit unserer Lawinensonde aber teilweise schon bei 5m nicht mehr tiefer. Im Juni hatten wir in diesem Bereich aber noch Schneehöhen von bis zu 9 oder 10m. Einzig am unteren Ende der Gletscherzunge konnten wir an einer Stelle 8,2m sondieren, was einem Schneerückgang von rund 2,8 bis 3m entspricht.

Blick vom unteren Ende der Gletscherzunge zur Kellerwand
Blick vom unteren Ende der Gletscherzunge zur Kellerwand

Grundsätzlich war das Sondieren extrem anstrengend, da die Schneedecke ausgesprochen dicht und von einigen Eisschichten durchzogen ist.

Die Schneebdeckung an sich ist sehr zufriedenstellend. Abgesehen von den großen Schuttrücken ist noch fast der ganze Gletscher mit Altschnee bedeckt. Besonders großflächig und mächtig ist die Schneebedeckung, wie bereits im Juni erwähnt, im Bereich des Eisscheitels sowie auf der Gletscherzunge.

Die Temperaturverhältnisse seit Mitte Juni sind für den Eiskargletscher sehr günstig, denn es gab keine anhaltende Hitzeperioden. Auch im Juli kündigt sich bis auf weiteres keine Hitzewelle an.

Perfektes Rundumtraining
Perfektes Rundumtraining