Due Pizzi 2046m

~1000- 1250 Höhenmeter (schwer)

2.10.2012

Mit dem Auto geht es über Pontebba nach Dogna und dort auf einer schmalen asphaltierten Bergstraße nach links hinein bzw. hinauf ins Dogna-Tal bis knapp unter den Sella Sompdogna, wo in 1268m unmittelbar nach einer Brücke der Steig Nr. 649 nach links (Norden) abzweigt (Parkmöglichkeit).

Zu Fuß geht es nun am Steig zunächst durch Latschen dann im Wald steil aufwärts bis man in 1749m eine Weggabel erreicht. Hier hält sich der Wanderer links und steigt einige Höhenmeter ab um dann am Fuße einer Felswand auf einem schmalen ausgesetzten Steiglein in ein weites Kar zu queren. Im Kar angelangt geht es über ein Schuttfeld weiter und dann nach rechts (Norden) hinauf in die Forchia di Cjanalot (Stellungsreste, 1830m). Dort führt der markierte Steig nach links hinauf zum Biwak Ricovero Bernadinis (1970m), welches knapp unter dem östlichen Gipfel liegt. Der Weiterweg führt hinter dem Biwak aufwärts und zieht dann auf die Nordseite der Cima Vildiver. Wer möchte, kann über ein Steiglein auch zu diesem Gipfel (2008m) aufsteigen. Auf der Nordseite erreicht man zahlreiche Stellungsreste aus dem 1. Weltkrieg und ein Kriegsstollen führt von hier in den Berg hinein. Der Stollen ist rund 50m lang (Stirnlampe empfehlenswert) und endet in einem schmalen teils mit Stahlseilen gesicherten Felsband, welches nach Westen in die Scharte zwischen den beiden Gipfel der Due Pizzi führt. Nun wechselt der Weg auf die Südseite des höheren der beiden Gipfel (Cima Alta) und steigt zu einem natürlichen Felsentor ab. Nach dem Felsentor geht es einige Höhenmeter steil bergab, bis der Bergsteiger das im 1. Weltkrieg aus der senkrechten Felswand gehauene Felsband erreicht. Der Weg von der Scharte durch die Südwand ist mit Stahlseilen meist gesichert, die Sicherungen sind aber nicht alle in Takt (Stand 2012). Nach der Felswandquerung führt der Steig schließlich nach rechts durch Latschen aufwärts zum Gipfel, wobei man sich bei einer Weggabelung rechts hält.

 

Der Abstieg erfolgt entweder über die Aufstiegsroute oder man wählt einen selten begangenen Weg über den Gosadon (1968m) hinunter zum Agriturismo Spadovai (~1100m). Für diese Variante steigt man vom Gipfel bis zur Weggabelung in den Latschen ab und folgt dem Steig nach Westen hinunter Richtung (Malga Granuda). Schon nach wenigen Minuten zweigt nach links ein unscheinbares Weglein ab. Nach nur 10m gelangt man aber zu einem Wegweiser (Casera Pian del Spadovai; solamento esperti) und in weiterer Folge weisen rote Punkte den richtigen Weg. Das Steiglein verläuft zunächst in Gratnähe, dann in der Nordflanke des Gosadon und zieht schließlich steil hinauf zu diesem 1968m hohen Gipfel. Knapp unterhalb des höchsten Punktes erreicht man wieder eine Weggabelung. Hier geht es nach links weg (rechts erreicht man in 1 Minute den Gipfel) auf dem Steig abwärts in der Südflanke des Gosadon. Bei Stellungsresten aus dem ersten Weltkrieg gilt es eine kleine Felswand zu queren, wobei ein altes Stahlseil (wohl noch aus dem 1. Weltkrieg) hilfreich ist. Danach zieht der Steig, welcher weiterhin mit roten Punkten markiert ist, durch Latschen immer steiler abwärts. Schließlich erreicht man nach einer ausgesetzten Querung eine markante Kanzel. Hier wendet sich der Bergsteiger nach links und folgt dem nun mit rot-weißen Markierungen versehenen Steig nach links (Osten). Ein Weglein, welches nach rechts abzweigt, lässt der Wanderer links liegen und wandert jetzt gemütlich abwärts, bis man in das weite Kar unter den Due Pizzi gelangt. Dort trifft man in etwa 1608m auf den Steig Nr. 605 und folgt diesem abwärts bis auf eine Forststraße (~1160m). Hier geht es nach links zum Agriturismo Spadovai und von dort auf der Straße rund 150 Höhenmeter zurück zum Auto.

 

Die Tour auf die Due Pizzi über die Forchia di Cjanalot ist für geübte Bergsteiger ein richtiges Erlebnis. Die Aufstiegsroute zur Cima Alta erfordert aber Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Erfahrung in leichter alpiner Kletterei. Für eine Besteigung der Cima Vildver sind "nur" Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Die Sicherungen entlang des Weges sind teilweise in sehr schlechtem Zustand (Stand 2012) und die teils ausgesetzten Passagen fordern dem Wanderer einiges ab. Für den Stollen empfiehlt sich eine Stirnlampe und für unsichere Bergsteiger ist eine Partnersicherung zu empfehlen. Ein Klettersteigset ist aufgrund der schlechten Sicherungen für sichere Alpinisten nicht notwendig.

Rund um die Due Pizzi finden sich zahlreiche Stellungsreste aus dem 1. Weltkrieg und auch der Stollen sowie das aus dem Felsen gehauene Band sind stille Zeugen eines traurigen Kapitels aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Der Gipfel bietet ein schönes Panorama hin zum Montaschmassiv und auch die Karnischen Alpen sind zum Greifen nahe.

Gleich zu Beginn im Anstieg durch die Latschen
Gleich zu Beginn im Anstieg durch die Latschen
Kurz nach der Abzweigung in 1749m am ausgesetzten Weg ins Kar, im Hintergrund die Due Pizzi
Kurz nach der Abzweigung in 1749m am ausgesetzten Weg ins Kar, im Hintergrund die Due Pizzi
Schon von hier aus zeigt sich das faszinierende Felsband in der Cima Alta (Bildmitte)
Schon von hier aus zeigt sich das faszinierende Felsband in der Cima Alta (Bildmitte)
Beim Biwak (Ric. Bernadinis), im Hintergrund die Cima Alta
Beim Biwak (Ric. Bernadinis), im Hintergrund die Cima Alta
Der schöne Blick zum nahen Montasch, Erinnerungen an eine tolle Kletttour werden wach.
Der schöne Blick zum nahen Montasch, Erinnerungen an eine tolle Kletttour werden wach.
Am Eingang zum Stollen
Am Eingang zum Stollen
Im finsteren Stollen
Im finsteren Stollen
Beim Felstor
Beim Felstor
Am Felsband
Am Felsband
Mystischer Blick nach Südosten unter anderem zur Vetta Bella
Mystischer Blick nach Südosten unter anderem zur Vetta Bella
Am Gosadon
Am Gosadon
Nach der kurzen Felsquerung beim Abstieg vom Gosadon
Nach der kurzen Felsquerung beim Abstieg vom Gosadon
Bei der markanten Kanzel, im Hintergrund die Forca di Vandul
Bei der markanten Kanzel, im Hintergrund die Forca di Vandul