Prisank 2547m via Fenster

~1000-1100 Höhenmeter (via Klettersteig, via Normalweg mittel)

19.6.2017

Mit dem PKW geht es von Kranjska Gora auf den 1611m hohen Vrisic Pass (Parken am Pass kostet in der Hauptsaison ein paar Euro).

Zunächst wird hier die Route über den Fenster-Klettersteig beschrieben:

Direkt südlich der Passhöhe zweigt eine Schotterstraße nach links (Südosten) hinauf zum Tičarjev dom (1620m) und weiter Richtung Poštarski dom (1688m) ab. Knapp vor der zweiten Hütte erreicht man einen kleinen Sattel, wo ein Wegweiser nach rechts hinunter zum Prisank Fenster-Klettersteig leitet. Nach einigen Höhenmetern Abstieg quert man im Wald hin zu den imposanten Nordwänden des Prisank. Bald schon wird ein erster versichterer Aufschwung (B bis B/C) erreicht (ev. bereits Klettersteigset verwenden). Dann geht es über mehrere felsdurchsetzte Aufschwünge höher, wobei sich nur an den schwierigsten Passagen Stahlstifte oder kurze Seilversicherungen befinden. Schließlich erreicht man eine markante Querung in etwa 2000m Seehöhe. Hier sollte man spätestens das Klettersteigset anlegen, denn gleich nach der Querung kommen die beiden Schlüsselstellen der Tour. Zunächst überwindet der Klettersteiggeher mit der Hilfe zahlreicher Stahlbügel eine senkrechte Wand (C), dann gilt es eine Kriechstelle (C) zu passiern. In manchen Quellen werden diese Stellen auch mit C/D beschrieben. In weiterer Folge wechseln Gehgelände mit kurzen versicherten Passagen (B) ab. Erst ganz zum Schluss leiten zahlreiche Stahlbügel über eine glatte Platte (B) zum Ausstieg beim Fenster.

Zum Fenster kann man aber auch über den Normalweg gelangen:

Hierzu folgt man beim kleinen Sattel unterhalb des Poštarski dom dem Wanderweg nach Süden (Prisank und Razor angeschrieben). Zunächst geht es durch Latschen leicht bergauf bis man in freies Gelände gelangt. Nun gilt es ein weites Schuttfeld nach Süden zu queren. Nach wenigen Minuten gelangt man dann zu einer weiteren Weggabel (1860m). Hier links (Osten bzw. Nordosten) weg in die steile Südflanke des Prisank. Der Steig führt nun steil aber unschwierig bis zum Fenster.

Für den Gipfelsieg folgt man dem markierten Steig durch felsiges Gelände nach Osten höher, wobei einzelne Stellen auch mit Stahlseilen versichert sind. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier unbedingt notwendig, da der Steig teils unmittelbar am Grat verläuft. Nach einem kurzen Abstieg zu einer Wegkreuzung gilt es über die Südflanke nochmals den letzten Aufschwung zum Gipfel zu überwinden.

 

Der Abstieg erfolgt entweder über den eben beschriebenen Normalweg oder über einen weitere Steig, welcher etwas weiter östlich durch die steile Südflanke talwärts leitet. Hierfür steigt man vom Gipfel bis zur Wegkreuzung ab, wendet sich hier jedoch nach links (Osten) und folgt dem Steig bis zu einer weiteren Weggabelung (am Stein ist Vrsic angeschrieben). Jetzt durch steiles schrofiges Gelände abwärts (einzelne Stellen sind versichert) bis man in etwa 2100m deutlich leichteres Terrain erreicht. Auf dem Wanderweg geht es nun unschwierig Richtung Westen zurück zum Pass.

 

Der Fensterweg ist einer der klassischen Klettersteig in den Julischen Alpen. Im Gegensatz zu vielen anderen alpinen "Felssteigen" in den slowenischen Juliern, welche zwar nicht extrem schwierig aber kaum versichter sind, handelt es sich hierbei wirklich um einen Klettersteig. Zwischendurch muss man aber einzelne Abschnitte auch ungesichert überwinden. In den schwierigen Passagen muss man meist alle 3m umhängen. Dadurch kann es an schönen Tagen mit hoher Frequentierung rasch zu Verzögerungen kommen. Es empfiehlt sich also diesen Steig unter der Woche zu begehen.

Weiters sollte man gerade nach schneereichen Wintern nicht zu früh im Jahr bzw. dann nur mit Pickel und Steigeisen in die Nordwand einsteigen. Denn in den Rinnen und Mulden halten sich oft lange Schneefelder, welche beim Aufstieg gequert werden müssen.

Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind für den Klettersteig obligatorisch, aber auch für den Normalweg auf den Prisank muss man Trittsicherheit und Schwindelfreiheit mitbringen.

Auch beim Abstieg heißt es konzentriert bleiben, denn das Gelände ist sehr steil und verzeiht keine Fehler.

In Summe ist die Tour durch das Fenster auf den Prisank eine herrliche alpine Unternehmung mitten den den wilden Juliern mit sehr schönen Ausblicken zu den umliegenden hohen Felsgipfeln.

Die mächtige Nordwand des Prisank, der Fensterweg verläuft knapp rechts der Bildmitte
Die mächtige Nordwand des Prisank, der Fensterweg verläuft knapp rechts der Bildmitte
Die Schlüsselstelle, der steile Aufschwung
Die Schlüsselstelle, der steile Aufschwung
 Der Weg zum Fenster schaut schwieriger aus als er ist
Der Weg zum Fenster schaut schwieriger aus als er ist
Wilde Julier, hier der Blick vom Gipfel  des Prisank zum Razor
Wilde Julier, hier der Blick vom Gipfel des Prisank zum Razor
Abstieg über die "östliche" Variante. Zunächst wild (Bildvordergrund), dann gemütlich (tief unten ist der Wanderweg zu erkennen)
Abstieg über die "östliche" Variante. Zunächst wild (Bildvordergrund), dann gemütlich (tief unten ist der Wanderweg zu erkennen)