Gletschermessung 6.9.2009

Das Gletscherhaushaltsjahr 2008/09

 

Der Winter 2008/09; ein Winter wie es ihn besonders im Oberen Gailtal seit Jahren wenn nicht sogar Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat, lässt auch für das Eiskar eine Traumsituation erhoffen.

Der Oktober beginnt durchwegs mild, Ende des Monats sorgt aber ein Mittelmeertief für die ersten ergiebigen Schneefälle am Gletscher. Nach einem milden und teils feuchten Novemberbeginn (Regen), setzt Ende November extrem ergiebiger Schneefall ein, der scheinbar nicht mehr enden möchte. Anfang Dezember liegen am Berg für diese Jahreszeit selten gesehene Schneemengen. Auch der Jänner verläuft überdurchschnittlich feucht und bringt einzelne kräftige Schneefallereignisse. Im Feber schneit es zu Monatsanfang sehr ergiebig, danach bleibt er Monat durchwegs trocken. Im März kommt es wiederum zu Monatsanfang aber auch zu dessen Ende zu ergiebigen Schneefällen. In Summe fallen im Eiskar zwischen Ende Oktober und Ende März über 10m Neuschnee. Der April verläuft dann extrem mild, bringt aber zu Monatsende nochmals etwas Neuschnee. Die Gesamtschneehöhe nimmt bereits wieder leicht ab. Im Mai liegen die Temperaturen -wie in so vielen vorangegangen Jahren- weit über dem Durchschnitt und sorgen für eine extrem starke Schneeschnmelze. Alleine in diesem Monat nimmt die Schneehöhe um mindestens 3m ab!

In Summe sorgt der Winter 2008/09 für extrem viel Schnee, welcher dank dem Ausbleiben von Nordwinden auch nicht aus dem Kar verfrachtet wird.

 

Aussehen des Gletschers am Messtag (6.September 2009):

Zum ersten Mal in der 17-jährigen Messreihe, war Anfang September kein Blankeis im Eiskar zu sehen. Die großen Schuttrücken waren schneefrei, der Eisscheitel sowie die Gletscherzunge aber mit teils meterhohem Schnee bedeckt und das obwohl am Gletscher seit Mai 2009 teils deutlich über 10m Schnee abgeschmolzen sind. Auch das große Felsenfenster, welches sich in den letzten Jahren am Zungenansatz gebildet hat, ist im September 2009 nicht zu sehen.

Die Schneehöhe liegt am Eisscheitel sowie am Wandfuß bei rund 4m, in der Zunge bei bis zu über 5m. Am wenigsten Schnee liegt im östlichen Gletscherteil, hier sind es teilweise nur mehr wenige Dezimeter.

 

Messergebnisse:

Am Messtag ist keine einzige Messmarke schneefrei, der Schneerand reicht am Eisscheitel etwa an den Eisrand von 1998 heran, in der Zunge sogar noch deutlich darüber hinaus.

Von den drei Eispegeln, welche im Oktober 2008 gebohrt wurden, ist im September 2009 nur einer (jener im schuttbdeckten östlichen Gletscherteil) schneefrei. An diesem Pegel beträgt der Einsinkbetrag seit Oktober 2008 aber nicht einmal 10cm.

 

Gletscherverhalten:

stationär

Blick ins Eiskar (6.9.2009), viele Bereiche sind schneebedeckt, der Rest liegt unter einer Schuttschicht
Blick ins Eiskar (6.9.2009), viele Bereiche sind schneebedeckt, der Rest liegt unter einer Schuttschicht
Der höchste Punkt, hier ist die Schneeauflage verhältnismäßig bescheiden (~4m)
Der höchste Punkt, hier ist die Schneeauflage verhältnismäßig bescheiden (~4m)
Am Wandfuß
Am Wandfuß
Die 3m hohe Schneemesslatte
Die 3m hohe Schneemesslatte
Vom Gletscherende der Blick über die Gletscherzunge hinauf zur Kellerwand
Vom Gletscherende der Blick über die Gletscherzunge hinauf zur Kellerwand
An diesem Felsen im Zungenbereich  nahm die Schneehöhe seit Ende Mai 2009 um über 12m ab
An diesem Felsen im Zungenbereich nahm die Schneehöhe seit Ende Mai 2009 um über 12m ab
Übersicht über die Gletscherzunge sowie den oberen westlichen Gletscherteil
Übersicht über die Gletscherzunge sowie den oberen westlichen Gletscherteil